München – Nur ein Spiel pro Woche. Was für durchschnittlich starke Mannschaften Normalität ist, ist für den FC Bayern die Ausnahme. Und gleichzeitig auch Luxus für Cheftrainer Julian Nagelsmann (35). In den vergangenen langen Trainingswochen konnte der Fußballlehrer sein Team in Ruhe seine taktischen Vorstellungen einstudieren lassen und in Sachen Fitness den Grundstein für die Mammut-Saison inklusive Winter-WM in Katar legen.
Allerdings: Nun werden die Übungseinheiten für den deutschen Rekordmeister deutlich weniger. Mit der 1. Runde im DFB-Pokal am Mittwoch (20.46 Uhr, ARD) bei Vikoria Köln beginnen die englischen Wochen, in denen es auf der Jagd nach dem Triple ab Anfang September auch in der Champions League Schlag auf Schlag geht. „Spiele sind schön, das ist das Salz in der Suppe. Wenn du international spielst, hast du aber nicht wirklich Zeit zu trainieren“, sagte Nagelsmann am Freitag.
Mit Blick auf die Hammergruppe in der Königsklasse, in der Bayern auf den FC Barcelona, Inter Mailand und Tschechien-Meister Viktoria Pilsen trifft, betonte er: „Ich freue mich trotzdem auf die Spiele, auch auf die Champions League. Es ist eine anspruchsvolle Gruppe, da müssen wir performen. Gleiches müssen wir am Samstagabend machen.“ Da empfangen die Münchner Bundesliga-Spitzenreiter um 18.30 Uhr (Sky) in der Allianz Arena Verfolger Borussia Mönchengladbach.
„Grundsätzlich ist es ein Spitzenspiel, wenn man die Tabellensituation zugrunde legt. Gladbach ist gut gestartet. Aber sie haben nicht immer den Gegner an die Wand gespielt. Sie sind die Mannschaft mit dem meisten Ballbesitz, haben aber auch ein Spiel sehr lange in Überzahl gespielt“, analysierte Nagelsmann. „Es ist ein Spitzenspiel, das wir gerne gewinnen wollen.“
Bayerns Bilanz in der Vorsaison gegen Gladbach: 0:5 in der 2. Runde des DFB-Pokals, 1:1 zum Liga-Auftakt, 1:2 zum Rückrundenstart. Angstgegner? Davon will Nagelsmann nichts wissen. „Ich habe schon gewartet, wann die Frage kommt“, so der Trainer. „Grundsätzlich haben wir vor niemandem Angst. Auch nicht vor Mönchengladbach.“ Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (61) sieht die Münchner im Duell seiner beiden Ex-Klubs klar im Vorteil. „Der eindeutige Favorit sind die Bayern. Ich tippe auf einen klaren Sieg“, sagte der Weltmeister von 1990 am Freitag bei einem Werbetermin von Interwetten.
Matthäus rechnet nach dem Topstart der Bayern in die Saison erneut mit einem Alleingang zum Titelgewinn in der Bundesliga. Für die Triple-Jagd sieht er den Rekordmeister top gewappnet. „Mit dem FC Bayern ist nicht nur national, sondern auch international zu rechnen.“