Der erste Olympiasieger von München

von Redaktion

Schießen ist nicht die Sportart, die die größten Kulissen hat und besondere Aufmerksamkeit erfährt. Doch es hat zumindest den Vorteil, dass es immer der erste Programmpunkt bei den Spielen ist und folglich den ersten Olympiasieger stellt. In München wurde diese Ehre dem Schweden (die Farben des Outfits weisen auf die Nationalität hin) Ragnar Skanaker zu. Der ehemalige Soldat, der eigentlich Eriksson heißt, diesen Namen aber ablegte, weil er ihm zu profan erschien, schoss in Hochbrück mit der Freien Sportpistole am besten. Im ersten von sechs Durchgängen holte er den Vorsprung von fünf Ringen heraus, der halten sollte.

In Schweden wurde Ragnar Skanaker zu einer richtigen Celebrity. Weil er seinem Olympiasieg von München weitere sechs Teilnahmen an den Spielen folgen ließ. Nach Atlanta 1996 erklärte er seinen Rücktritt vom internationalen Wettkampfsport, schoss aber auf nationaler Ebene weiter und verspürte 2004 Lust auf eine achte Olympia-Teilnahme. Das Olympische Komitee von Schweden befand aber, mit 70 entspreche man nicht mehr der Vorstellung von der „Jugend der Welt“. Schade, die Leistung hätte Skanaker noch gebracht. Nach dieser Zurückweisung wurde er Trainer – und war 2012 mit Island bei Olympia. gük/Foto: Imago/Werner Schulze

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