Die Suche nach Rhythmus

von Redaktion

BASKETBALL In München trifft Deutschland auf Slowenien – das letzte Spiel vor der Heim-EM

VON THOMAS JENSEN

München – Man könnte es als normales Pflichtspiel bezeichnen, das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Basketballer am Sonntag gegen Slowenien. Das Aufeinandertreffen im Audi Dome um 15.00 Uhr ist gleichzeitig auch das letzte Spiel vor der Heim-EM, die für das DBB-Team am Donnerstag beginnt, das macht es schon etwas spezieller. Und dann – dass steigert wohl bei den Fans die Vorfreude am meisten – wird Luka Doncic spielen. Der 23-jährige Aufbauspieler zeigt sein Können sonst meistens spät nachts zu deutscher Zeit, in der NBA. Dort gehört er zu den Allerbesten.

Andreas Obst versucht sich mit diesem letzten Punkt am wenigsten zu befassen. „Es geht nur darum, dass Spiel zu spielen und zu gewinnen. Auch wenn man weiß, wer da kommt, ist das egal“, sagt der 26-jährige Nationalspieler im Gespräch mit unserer Zeitung. Auf Nachfrage lässt er sich noch das entlocken: „Klar ist es toll, gegen Luka Doncic spielen zu dürfen, aber man muss das nicht übertreiben und sagen: Oh Luka Doncic kommt, jetzt haben wir aber Respekt“.

Praktisch für die deutsche Mannschaft: falls das Ablegen des Respekts nicht Allen gleich leicht fällt, ist das WM-Qualispiel eine gute Übung, denn schon in der Gruppenphase in Köln geht es wieder gegen Slowenien. Auch wenn Luka Doncic in der Gruppe nicht nicht der einzige Star sein wird, gegen den Deutschland spielen wird, auch im französischen oder litauischen Team sind einige NBA-Profis dabei.

Obst möchte das Spiel gegen Slowenien nicht als Test verstanden haben. „Es ist kein Vorbereitungsspiel, sondern ein Pflichtspiel.“ Aber: große Sorgen muss sich das Team von Trainer Gordon Herbert um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2023 in Japan, Indonesien und auf den Philippinen nicht mehr machen. Mit nur einer Niederlage ist das DBB-Team dort Gruppenerster.

Der noch bestehende Verbesserungsbedarf in den verbleibenden Tagen zur EM dürfte in den Köpfen das präsentere Thema sein. Offensichtlich ist dieser auch am Donnerstagabend beim 67:50-Sieg in Stockholm über Schweden geworden. „Am Ende war es offensiv nicht mehr so rund“, meint Obst, Trainer Herbert analysierte es noch etwas schonungsloser: „In der zweiten Halbzeit hatten wir große Probleme offensiv.“ Obst selbst erzielte in 16:41 Minuten Spielzeit sechs Punkte, traf zwei seiner fünf Versuche von hinter der Dreipunktelinie – eine überschaubare Ausbeute für einen Schützen seiner Klasse. „Natürlich versuchen wir noch in den Rhythmus zu kommen, daher ist es schon super, jetzt gegen so ein Topteam zu spielen“, sagt Obst. Angst, um seine Spielzeit, die er zur Rhythmus-Findung braucht, hat derBayern-Spieler nicht. Auch nach der Einbürgerung des Vereinskollegen Nick Weiler-Babb, der inzwischen zum Team gehört. Der gebürtige US-Amerikaner sei defensiv einer der besten Guards Europas, lobte Obst: „Unsere Qualitäten sind unterschiedlich, wir ergänzen uns. Daher habe ich keine schlechten Vibes.“

Entscheidend für das Spiel beider wird die Leistung von Dennis Schröder (28) sein, der Point Guard hat seine Knöchelblessur rechtzeitig überwunden. Neben Franz Wagner (20) von den Orlando Magic wird er vorerst der einzige NBA-Profi im Team sein. Ob Daniel Theis (30) von den Indiana Pacers rechtzeitig zurückkommt ist ungewiss. Vorsichtigen Optimismus verbreitete Armin Andres, Vizepräsident des Deutschen Basketball Bundes, der meinte, Theis würde frühestens am Montag zumindest ins Teamtraining zurückkehren.

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