Wer ist die Nummer Eins in der Stadt?

von Redaktion

1860: Löwen-Fan und Brauerei-Direktor Helmut Erdmann (53) befindet sich im Urlaub in der Heimat am Tegernsee, als er sich der Neu-Auflage des Fan-Duells stellt. Kein Wunder: So wie es aktuell beim TSV 1860 läuft, kann man sich als Blauer entspannt zurücklehnen: „Der Start war ja sensationell“, sagt Erdmann. „Natürlich war auch ein bisschen Glück dabei, das muss man auch sagen. Aber ansonsten kann man mehr als zufrieden sein: Fünf Spiele, fünf Siege.“ Den (ebenfalls furiosen) FCB-Start mit vier Siegen, hat er den auch mitbekommen? „Na. Die verfolge ich gar nicht… obwohl: stimmt auch nicht ganz.“ Das 0:5-Debakel der Bayern im Januar in Gladbach hatte er durch Zufall gesehen. „Da habe ich mich auf einmal doch wieder für die Bayern interessiert. Hab’ gar ned g’wusst, dass die so schlecht san…“. Aber im Ernst. Gerade was Transfers angeht, müsse man Brazzo, Kahn und Co. Respekt zollen. „Brazzo (Hasan Salihamdzic, d. Red.) hat für seinen Bereich sicher eine hervorragende Arbeit gemacht. Nur: Besser als Günther Gorenzel (Sportchef, d. Red.) bei Sechzig ist er sicher nicht.“ Damit jetzt sei aber auch genug geredet über die „Rodn“. „Wir sind ja mit der saisonübergreifend längeren Siegesserie die derzeitige Nummer eins der Stadt.“ Warum also in die Nebenstraße schauen? „Basst grad’ bei Sechzig. Deshalb schauen wir uns natürlich schon um, ob es auf dem Transfermarkt noch einen Brasilianer für uns gibt. Wir spielen ja bald wieder international“, frotzelt Erdmann lachend, „und da brauchen wir einen Brasilianer.“ Wobei… überraschen, wenn bald doch wieder der Abschwung komme, würd’s ihn nicht. „Mal schauen, wie lange das noch gutgeht. Es müssen ja auch alle bei Laune bleiben, wenn alle Verletzten wieder zurückkehren. Diese tiefen Urängste vor dem Abschwung die hat jeder Löwen-Fan… lassen wir das. Ist gerade schön genug.“ Und so kann es weitergehen, damit am Ende der Saison endlich der Aufstieg steht. Denn eins steht fest: „Meister – wenn auch in der 3. Liga – werden wir vor den Bayern. Ist doch klar!“  jals

FC Bayern: Man muss auch gönnen können – und wenn man sportlich eh die unumstrittene Nummer eins ist, fällt das einem Bayern-Fan leicht. Sogar, wenn’s um die Löwen geht, die sowieso zwei Ligen weiter unten kicken. Ob sie den Aufstieg packen? „Hoff ma’s!“, sagt Alex Moosbauer (41), Vorstand des Fanclubs Glonn 1994. „Den Saisonstart haben sie gut gemacht. Jetzt heißt’s: Durchhalten! Das war in der Vergangenheit ja oft das Problem der Löwen, dass nur eine halbe Saison gut war. Weil’s halt immer wieder brodelt.“ Apropos brodeln: Das Einzige, was Moosbauer bei seinen Roten bemängeln kann zuletzt, war das Transfer-Theater Robert Lewandowski: „Alles wurde brutal aufgeblasen – und dann kann’s eigentlich nur schiefgehen, das Ganze“ , sagte er sich damals. Nach den ersten drei Bundesliga-Spieltagen ist die rote Welt freilich rosarot. „Das ist ja wie aus dem Bilderbuch“, sagt Moosbauer und fügt an: „Da ärgere ich mich ja über das Gegentor. Spaß.“ Den mit Bauchschmerzen verfolgten Abgang Lewys sieht der Familienvater jetzt als eine Art Befreiung: „Wir sind vorne nicht mehr nur von einem Spieler abhängig. Auf einmal schießen da vorne fünf Angreifer die Tore, das ist ja schon beängstigend.“ Daran hat in den Augen des Betriebsleiters des Ayinger Bräustüberls auch die Transferpolitik einen großen Anteil: „Mané, de Ligt – alleine von den Namen her waren das super Einkäufe. Und jetzt haben die auch noch Bock. Wenn bald alle Spieler hundert Prozent fit sind, dann wird’s echt massiv!“ Für Moosbauer ist klar: Sadio Mané hat das Zeug zum Fanliebling. „Der hat sich schon jetzt in unsere Herzen gespielt. Wie er in Frankfurt auf einmal in die Kurve gegangen ist und mit den Fans gefeiert hat. Sowas kennt man ja nur von Franck Ribéry früher oder Thomas Müller heute. Chapeau!“ Trotz der bayerischen Dominanz findet Moosbauer die Bundesliga übrigens spannend:. „Von Platz zwei abwärts …“  bok

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