München – Leroy Sané (26) polarisiert. Aber aktuell kann es nur eine Meinung geben: Nach einer durchwachsenen Rückrunde ist der Offensivstar auf dem besten Weg zurück zu seiner Topform. Beim 1:1 am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach rettete er den Bayern mit seinem Tor einen Punkt. Zudem kamen 32 seiner 34 Pässe an, zehn seiner 13 Dribblings waren erfolgreich. Im Bundesliga-Spitzenspiel war er der auffälligste Bayern-Star auf dem Rasen.
Schon in der Woche zuvor bei seinem Startelf-Debüt in dieser Saison in Bochum zeigte er eine richtig starke Leistung inklusive Torerfolg. „Es geht darum, wie spielaktiv bin ich, wie stark fordere ich den Ball, wie stark gehe ich dem Ball hinterher. Was die letzten zwei Spiele super war, war seine Aktivität“, schwärmt Thomas Müller (32) von Sané. „Er hat Bälle gefordert, hat Aktionen eingeleitet, war beweglich. Er hat auch seine Abschlussqualitäten unter Beweis gestellt.“
Fakt ist: Leroy ist wieder erste Sané. Und das kommt nicht von ungefähr. Die Gründe für seine Leistungsexplosion: Position: Das neue flexible Angriffsspiel der Bayern ohne klassischen Mittelstürmer kommt auch Sané zugute. Zuletzt agierte er hauptsächlich auf seiner favorisierten linken Offensivseite, kann auch regelmäßig ins Zentrum ziehen und den Abschluss suchen. In der Rückrunde der Vorsaison, als es nicht so gut lief, wurde er hingegen öfter auf dem rechten Flügel eingesetzt. Extra-Training: Nach den Einheiten an der Säbener Straße schnappt sich Sané regelmäßig den Ball und macht noch Torschusstraining. Außerdem arbeitet er an seiner ohnehin bereits stark ausgeprägten Geschwindigkeit. Dabei geht es ihm vor allem, darum seinen Rumpf zu stärken und stabilisieren – um in Zweikämpfen die Balance halten und noch mehr Tempo aufnehmen zu können. Aufgrund seiner dynamischen und trickreichen Spielweise wird er von den Gegenspielern oft besonders hart in die Mangel genommen. Bestes Beispiel: die Duelle mit Gladbachs Christoph Kramer (31) am Samstag.
Fans: Zu Beginn der Vorsaison wurde er am 2. Spieltag bei der Partie gegen Köln (3:2) sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen. Auch im Frühjahr 2022 wurde er wegen seiner Körpersprache (oft mürrisch oder mit hängendem Kopf) häufig kritisiert. Nun blüht Sané wieder auf, gewinnt auch defensiv Zweikämpfe und agiert auch als Antreiber. Das gefällt den Bayern-Fans, die ihn in der zweiten Halbzeit gegen Gladbach sogar mit „Leroy“-Sprechchören anfeuerten. Die Zustimmung pusht ihn. Sein Trikot verschenkte er nach Schlusspfiff auf der Ehrenrunde in der Allianz Arena. Familie: Sané ist ein Familienmensch. Seine Partnerin Candice – eine US-Amerikanerin – und die beiden Kinder sind aktuell bei ihm in München. Das tut ihm gut und wirkt sich offenbar auch positiv auf seine Leistungen aus.