Heide Rosendahl erlöst das ganze Land

von Redaktion

Vier Wettkampftage waren vergangen – und Westdeutschland, der Gastgeber, stand noch ohne Goldmedaille da. Doch dann trat Heide Rosendahl zum Weitsprung an – und auf die prominenteste deutsche Leichtathletin war Verlass. Im Weitsprung lieferte die damals 25-Jährige eine tolle Serie ab. Der erste Sprung 6,78 Meter, drei weitere über 6,70. Die Leverkusenerin war die konstanteste Springerin – hatte aber auch Glück: Diana Yorgova aus Bulgarien ließ einen riesigen Satz raus – mit 6,77 nur einen Zentimeter unter dem besten Versuch von Rosendahl.

Die Deutsche hatte dem Druck der Erwartung standgehalten. Sie hatte auch versucht, möglichst wenig vom Rummel in München mitzubekommen und sich bis zu ihrem Einsatz zurückgezogen. Im Fünfkampf, in dem sie Silber gewann, 3. September), sprang sie sogar 6,83 m, als Schlussläuferin der 4×100-m-Staffel war sie an der finalen Sensation in der Leichtathletik beteiligt.

Heide Rosendahl sprang übrigens mit Brille: „Damit ich keinen Sand in die Augen bekomme, deshalb mag ich keine Kontaktlinsen.“ Die berühmten Ringelsocken schickte ihr die Firma Kunert aus dem Allgäu. gük/Foto: Imago/Sven Simon

Artikel 1 von 11