Sorgen um Icke Häßler

von Redaktion

Gesundheitliche Probleme: Ex-Weltmeister nicht mehr Trainer

Berlin/München – Schocknachricht von Ex-Löwe Thomas „Icke“ Häßler: Der Weltmeister von 1990 kann seinen Job als Trainer des Berlin-Ligisten BFC Preussen aufgrund gesundheitlicher Probleme aktuell nicht mehr ausüben. „Ich bin momentan nicht in der Lage, eine Mannschaft zu trainieren, solange ich nicht weiß, was ich habe“, sagte Häßler der „Bild“.

Der 56-Jährige hatte am zweiten Spieltag eine Ansprache vor der Partie bei Hilalspor wegen gesundheitlicher Beschwerden abbrechen müssen. Die Ursachen konnten bisher nicht festgestellt werden. „Wir wissen aktuell nicht, was Thomas hat. Fußball ist ja super, aber jetzt geht es darum, dass er in Ruhe gesund wird“, sagte Preussens Sportlicher Leiter Pierre Seiffert der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

In einer Pressekonferenz am Abend betonte Seiffert, dass Häßler „einmal auf den Kopf gestellt“ worden sei, um herauszufinden, was er habe. Der nächste Termin sei am 15. September. „Dann werden wir hoffentlich etwas Positives von ihm hören.“ Seiffert bestätigte auch einen Bericht der „Bild“, dass Häßler unter Gedächtnisverlust bei der Ansprache vor dem Spiel gelitten habe und zudem nun auch noch einen Tinnitus habe.

Für den TSV 1860 München bestritt Häßler in vier Jahren 137 Pflichtspiele und zählte bei den Löwen zu der letzten Generation, die in der Bundesliga noch für Furore sorgte. Mit ihm als Strategen im Mittelfeld scheiterten die Giesinger 2000 gegen Leeds United knapp an der Champions League-Qualifikation. 1989 und 1992 wurde Häßler zu „Deutschlands Fußballer des Jahres“ gewählt. Für die Nationalmannschaft absolvierte Häßler 101 Spiele. Nach seiner aktiven Karriere versuchte sich der Edeltechniker als Trainer, doch nur mit geringem Erfolg.

Nachdem er beim 1. FC Köln Technik-Coach war, wechselte er als Co-Trainer in den Iran zum Erstligisten Padideh Maschad. 2016 übernahm Häßler den Berliner Bezirksligisten Club Italia.

Den BFC Preussen trainiert er seit 2019. In der Vorsaison schaffte er mit dem Verein den Aufstieg in die sechstklassige Berlin-Liga. Sich selbst beschreibt er als besonnenen Coach: „Ich hüpfe nicht an der Seitenlinie rum, bin eher ein ruhiger Trainer.“ Das Profi-Geschäft vermisst er dabeinicht. „Ab und an werde ich darauf angesprochen, warum ich nicht höherklassig trainiere. Ich war Technik-Trainer bei Köln, hatte Stationen im Ausland. Überall musstest du Druck aushalten, wie schon als Spieler. Hier hast du das alles nicht“, sagte der 56-Jährige kürzlich gegenüber dem „kicker“. Nun steht die Gesundheit an oberster Stelle.  jo

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