Vom Bürschchen zum Langzeit-Boss

von Redaktion

FCB-Sportvorstand Salihamidzic hat eine beachtliche Entwicklung hinter sich – und nun einen neuen Vertrag

München – Es war am Ende nur noch eine Formalität. Am späten Montagabend kam dann die Mitteilung: „Einstimmiger Beschluss: Aufsichtsrat des FC Bayern verlängert Vertrag mit Sportvorstand Salihamidzic bis 2026.“ Präsident Herbert Hainer (68) begründete die Entscheidung des mächtigen Gremiums wie folgt: „Hasan Salihamidzic hat in den fünf Jahren, seit er beim FC Bayern in der Verantwortung steht, ausgezeichnete Arbeit geleistet. Er entwickelt den sportlichen Bereich unserer Profis wie der Talente strukturell wie personell stetig weiter.“

Vorstandschef Oliver Kahn (52), begrüßt die Entscheidung ebenfalls. „Hasan leistet hervorragende Arbeit und geht unbeirrbar seinen Weg“, ließ sich Kahn in den sozialen Medien zitieren und kündigte an: „Wir haben bereits als Spieler Seite an Seite mit dem FC Bayern viele große Erfolge gefeiert, das kann sich gerne so fortsetzen: Wir wollen den Club weiter gemeinsam in eine erfolgreiche Zukunft führen – und zu vielen Titeln.“

Salihamidzic und Kahn – das passt. Das Duo hat vor allem durch den überragenden Transfersommer in den vergangenen Wochen und Monaten an Profil gewonnen, weil sie Superstars wie Sadio Mané (30) oder Matthijs de Ligt (23) von einem Wechsel nach München überzeugen konnten. Sehr zur Freude von Trainer Julian Nagelsmann. Der kommentierte die Vertragsverlängerung seines Sportvorstands gewohnt spitzbübisch: „Brazzo ist eine der Triebfedern gewesen, dass sie mich geholt haben. Ich freue mich sehr, dass sein Vertrag verlängert wurde. Wir verstehen uns auch privat gut. Ich gehe davon aus, dass wir in den kommenden Jahren noch zusammen arbeiten, wenn er mich nicht rauswirft.“

Vom Bürschchen aus Bosnien, wie der Spitzname Brazzo ins Deutsche übersetzt heißt, zum Langzeit-Boss: Es ist eine Verwandlung, die Salihamidzic (45) seit seiner unverhofften Ernennung zum Sportdirektor vor fünf Jahrenvollzogen hat. Oder um es mit den Worten von Präsident Hainer zu formulieren: „Hasan Salihamidzic gibt für den FC Bayern 24 Stunden am Tag alles. Er steht für das FC-Bayern-Gen, Kontinuität und für Titel.“

Und was sagt der alte neue Sportvorstand selbst zu seiner Vertragsverlängerung? „Es ist mein Ziel und das Ziel meiner Vorstandskollegen, unseren Mitgliedern und Fans in jeder Saison eine national wie international konkurrenzfähige und erfolgreiche Mannschaft zu bieten, auf Grundlage wirtschaftlicher Vernunft.“ Anfangs noch belächelt, hat sich Salihamidzic in den vergangenen Jahren einen starken Ruf in der Branche erarbeitet – sowohl bei Beratern als auch bei Sportdirektoren-Kollegen. Zu Beginn seiner Manager-Karriere wurde Salihamidzic noch von den beiden Alphatieren Uli Hoeneß (70) und Karl-Heinz Rummenigge (66) zerdrückt. Mittlerweile hat sich Salihamidzic emanzipiert – und schreckt nicht vor Konfrontationen mit dem Ehrenpräsidenten zurück.

Präsident Hainer soll übrigens in eine zweite Amtszeit gehen. Der Verwaltungsbeirat des Klubs beschloss am Dienstagabend einstimmig, den 68-Jährigen für eine Wiederwahl auf der Mitgliederversammlung am 15. Oktober zu nominieren. „Ich bedanke mich für das Vertrauen unseres Verwaltungsbeirats um den Vorsitzenden Dr. Edmund Stoiber und die Nominierung, die ich gerne annehme“, so Hainer.  bok

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