„Ein hartes Stück Arbeit“ – doch das WM-Ticket ist gelöst

von Redaktion

DFB-Frauen qualifizieren sich im ersten Spiel nach dem EM-Höhenflug für das Turnier in Australien und Neuseeland

Bursa – Lächelnd klatschte die Bundestrainerin ihre Schützlinge ab, nach dem Arbeitssieg für das WM-Ticket zollte Martina Voss-Tecklenburg auch den Gegnerinnen mit erhobenem Daumen Respekt. In der Türkei gewannen die Vize-Europameisterinnen nach Startschwierigkeiten 3:0 (0:0) und holten mit 24 Punkten vor dem letzten Qualifikationsspiel in Bulgarien am Dienstag (18.30 Uhr/ARD One) den Sieg in Gruppe H. „Wir sind sehr, sehr glücklich“, sagte die abgekämpfte Kapitänin Alexandra Popp, gab aber unumwunden zu: „Das war echt ein hartes Stück Arbeit.“

Auch Voss-Tecklenburg bemängelte einerseits das fehlende Spieltempo ihrer „absolut bemühten“ Spielerinnen, räumte mitten in der Saisonvorbereitung aber verständnisvoll ein: „Wir sind noch nicht wieder im Wettkampfrhythmus. Wir wissen, dass da noch viel Luft nach oben ist.“

Felicitas Rauch (57.) brach nach einer zähen ersten Hälfte mit einem verwandelten Handelfmeter den Bann. Danach knackten Klara Bühl (59.) und Lea Schüller (77.) vor 2000 Zuschauern in Bursa das türkische Abwehrbollwerk.

Rund fünf Wochen nach dem verlorenen EM-Finale gegen England (1:2 n.V.) gab Voss-Tecklenburg die klare Marschrichtung vor. „Wir wollen attraktiv und schnell spielen, unsere Spielfreude aus den vergangenen Spielen mitnehmen“, sagte die 54-Jährige.

Mit der Botschaft „Wir für dich, Anne!“ auf den Aufwärmshirts setzte das DFB-Team ein Zeichen für die erneut an Krebs erkrankte Torhüterin Ann-Katrin Berger. Ohne die Stammkräfte Lena Oberdorf (Infekt), Marina Hegering (Fußverletzung) und Giulia Gwinn (Knieprobleme) lief die deutsche Auswahl danach erstmals im neuen einheitlichen Trikotdesign für Frauen und Männer auf.

Popp (19.) vergab in ihrem 120. Länderspiel die erste gute Chance für den zweimaligen Weltmeister, der das Geschehen diktierte. Doch lange mangelte es gegen die tiefstehenden und zuweilen ruppigen Gastgeberinnen an Kreativität, Präzision und Tempo.

Das DFB-Team nahm die Zweikämpfe an, Unterbrechungen durch Fouls hemmten jedoch den Spielfluss zusätzlich. Vor den Augen von Tribünengast Stefan Kuntz, Nationaltrainer der türkischen Männer, waren anders als beim 8:0 im Hinspiel im vergangenen November Geduld und Hartnäckigkeit gefragt. Nach dem Seitenwechsel suchte die deutsche Auswahl weiter häufig den Weg über die rechte Seite mit Aktivposten Svenja Huth. Doch erst der sicher verwandelte Strafstoß von Linksverteidigerin Rauch nach einem Handspiel im Strafraum von Busem Seker ließ den Knoten platzen.

Fast umgehend legte die bis dahin eher unglücklich agierende Bühl per Distanzschuss von der Strafraumgrenze ins kurze Eck nach. Das Spiel blieb weitgehend zerfahren, wenige Minuten nach ihrer Einwechslung für Popp (74.) sorgte Bayern-Torjägerin Schüller für noch klarere Verhältnisse.

Ausgelost wird die Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland am 22. Oktober in Auckland. Die erste Frauen-WM mit 32 Teams findet vom 20. Juli bis 20. August 2023 statt.

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