Wie die Bayern Stars nach München locken

von Redaktion

Salihamidzic gibt Einblick in die Vorgehensweise bei der Kader-Gestaltung – Hoeneß ist stets eingebunden

München – Ehre, wem Ehren gebührt: Der Aufsichtsrat des FC Bayern hat am vergangenen Montag einstimmig beschlossen, der Vertrag von Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) um drei Jahre bis 30. Juni 2026 zu verlängern. Ein Grund dafür: seine Top-Arbeit in der abgelaufenen Sommer-Transferperiode. Vor allem für die Transfers von Weltstar Sadio Mané (30/kam für 32 Millionen Euro vom FC Liverpool) und Abwehr-Chef Matthijs de Ligt (23/kam für 67 Mio. Euro von Juventus Turin) wurde Salihamidzic von den Fans gefeiert.

Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gab er nun einen Einblick in die Kaderplanungen des Rekordmeisters – und erklärte, warum die Transfers diesen Sommer besser gelaufen sind als zuvor. „In der ersten Phase der Pandemie hatten wir nicht die finanziellen Möglichkeiten, um alles zu machen, was wir machen wollten. Uns haben weit mehr als 100 Millionen Euro gefehlt“, blickt Salihamidzic zurück – und gesteht auch Fehler ein. Nicht alle Neuzugänge „haben so performt, wie sie sich das selbst und wie auch wir uns das vorgestellt hatten.“ In diesem Jahr sei es deutlich besser gelaufen. „Manchmal geht ein Plan auf, manchmal nicht. In diesem Transfersommer ging viel auf – deswegen haben wir viel gemacht. Ich sage immer: Der Transfermarkt ist auch ein Zock“, so Salihamidzic.

Mit einem klaren Karriereplan konnten die Münchner Verantwortlichen die Topspieler vom FC Bayern überzeugen. „Wir haben den Spielern, die wir verpflichten wollten, präsentiert, was wir den vergangenen Jahren kreiert haben: eine Mannschaft von sehr großer Qualität, mit einer Altersstruktur, die so aufgebaut ist, dass wir den nächsten drei, vier, fünf Jahren Titel gewinnen können“, berichtet der Sportvorstand. Dem Verein gelang es in enger Abstimmung mit Trainer Julian Nagelsmann (35) damit, sich von internationalen Konkurrenten abzusetzen, die deutlich mehr Budget haben: „Am Ende haben wir uns so gegen Vereine durchgesetzt, die mehr Gehalt geboten haben. Wir haben es geschafft, dass die Spieler nicht nur nach Geld entschieden haben.“

Als Aufsichtsratsmitglied und Ratgeber wird auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß (70) in die Vorgänge eingebunden. „Oliver (Kahn, Vorstandsvorsitzender, Anm. d. Red.) und ich führen die Geschäfte. Als Erstes gehen wir immer zu Herbert Hainer (Präsident und Aufsichtsratschef, d. Red.)“, erklärt Salihamidzic den Entscheidungsprozess. „Dann redet er mit Uli. Dann rede ich mit Uli.“ Weiter führt Salihamidzic aus : „Wir schauen aber nicht nur darauf, was Uli sagt. Er hat ein Recht darauf, informiert und gefragt zu werden. Die Entscheidung treffen wir aber im Vorstand.“

Hoeneß sei mit den meisten Entscheidungen einverstanden. „Ich erlebe ihn als sehr entspannt. So, wie wir Uli haben wollen. Er soll auch gar nicht loslassen. Der FC Bayern ist sein Lebenswerk. Es ist nur vernünftig und richtig, ihn mitzunehmen“, stellt Salihamidzic klar.  pk

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