„Superguter Anführer“

von Redaktion

BASKETBALL-EM  Dennis Schröder, Kapitän des deutschen Teams, erntet jede Menge Lob

Berlin – Über Dennis Schröder redet in diesen Basketball-Tagen jeder positiv. Bundestrainer Gordon Herbert nannte Schröders Ernennung zum Kapitän vor der EM „eine der einfachsten Entscheidungen“, die er jemals treffen musste. Für Maodo Lo kann sich Basketball-Deutschland „glücklich schätzen, einen Dennis Schröder zu haben“. Und Youngster Justus Hollatz nannte den Routinier mit großer NBA-Erfahrung „als Anführer supergut“ und „einen super Menschen“.

Vor dem EM-Achtelfinale an diesem Samstag (18.00 Uhr/Magentasport) in Berlin gegen Außenseiter Montenegro ist Schröder zum Chef des Nationalteams avanciert – auf dem Platz und daneben. Mit der erst vom aussortierten Routinier Robin Benzing übernommenen Kapitänsrolle blühte der 28 Jahre alte Spielmacher richtig auf. Schröder trägt als Point Guard die Hauptverantwortung, er nimmt diese Rolle voll an. Seine eigene Leistung bewertet er kritisch, nach schwierigen Situationen gibt es kein Verstecken mehr.

Bestes Beispiel war die Vorrunden-Niederlage in Köln gegen Slowenien mit NBA-Star Luka Doncic. Schröder flog nach einem technischen und einem unsportlichen Foul vorzeitig vom Parkett. Doch statt sich danach wortlos in die Kabine zu verziehen, ließ sich Schröder extra in die Pressekonferenz berufen, um dort seine Sicht der Dinge zu erklären. „Wir brauchten auch mal eine Niederlage“, sagte Schröder, der seine Kollegen in den EM-Tagen von Köln stets lobte und bei sich selbst vor allem die Wurfquote und Wurfauswahl hinterfragte.

Für Schröder läuft derzeit eine Art Bewerbungstour, um nach der EM im Oktober wieder in der besten Basketball-Liga der Welt spielen zu können. In der NBA lief er zuletzt für die Boston Celtics und die Houston Rockets auf, doch der Vertrag ist ausgelaufen. Nun dürfte es auf eine Anstellung zu geringeren finanziellen Konditionen hinauslaufen. Zuletzt wurden Schröders Ex-Club Los Angeles Lakers und die Dallas Mave-ricks, der Herzensclub von Dirk Nowitzki, als Interessenten gehandelt.

Die für den späten Zeitpunkt ungewöhnliche Vereinssuche will Schröder bei der EM nicht kommentieren. „Mein Berater macht schon seinen Job, der telefoniert mit allen Teams. Ich lasse ihn seinen Job machen, und ich mache meinen hier“, sagte Schröder unmittelbar vor dem Turnierstart. Seitdem macht der gebürtige Braunschweiger sportlich auf sich aufmerksam.

Schröder steht im Schnitt bei rund 18 Punkten und sieben Vorlagen, war in der EM-Vorrunde im Kreis der auffälligsten Akteure. „Er ist einer der besten Point Guards weltweit. Er führt uns an und führt uns zu Siegen. Es macht mir Spaß, mit ihm zusammenzuspielen“, sagte Lo über Schröder, der auch noch andere Qualitäten zeigt. „Er macht auch mal einen Witz, dass ich lockerer werde. Er hat da schon ein gutes Feingefühl“, sagt Hollatz. Der Käpt’n überzeugt auf allen Ebenen.  dpa

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