„Er geht wie Jesus über Wasser“

von Redaktion

Die Formel 1 huldigt Verstappen – der Holländer kann schon in Singapur Weltmeister werden

Monza/Hamburg – Max Verstappen stieg mit einem Lächeln und Freundin Kelly Piquet in den Privatjet, nach seinem fünften Sieg in Serie kann sich der Formel-1-Dominator jetzt zu Hause in Monaco ganz entspannt ein bisschen ausruhen. Um dann womöglich schon beim nächsten Rennen in Singapur seine Titelverteidigung klar zu machen.

„Ich denke, wir haben ein erstaunliches Jahr“, sagte Verstappen nach seinem Triumph in Monza, dem schon elften Sieg im 16. Rennen der Saison: „Und es ist wichtig, es auch zu genießen.“ Und während der Niederländer lässig auf seiner Erfolgswelle gleitet, fragt sich manch einer im Fahrerlager: Hat Verstappen etwa übermenschliche Kräfte?

„Er fährt so fantastisch und geht wie Jesus über das Wasser“, schwärmte sein Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Und selbst die Konkurrenz erkennt an, dass Verstappen einfach nicht zu fassen ist. Mercedes-Pilot George Russell ahnte schon nach dem Qualifying, dass der 24-Jährige trotz seiner Strafe und Startplatz sieben nicht zu schlagen sein würde: „Du wärst ganz schön blöd, nicht auf Max zu wetten, oder?“

Verstappen ist derzeit so überlegen, dass selbst die offiziellen Medienkanäle der Formel 1 fragten: „Wie viele Siege kann der Niederländer bis Ende 2022 noch erringen?“ Der gemeinsame Rekord von Michael Schumacher und Sebastian Vettel, die beide einst 13 Rennsiege in einem Jahr einfuhren, ist jedenfalls stark gefährdet. „Es sind berauschende Zeiten für Max Verstappen“, schrieb der englische Guardian.

Sein Red Bull ist stark, Verstappen aber ist noch stärker. Der 24-Jährige hat einfach keine Schwächen und bewegt sich gerade auf dem Höhepunkt seines Schaffens. 31 Grands Prix hat der neue Regent jetzt schon geholt, Fernando Alonso hat nur noch einen mehr auf dem Konto. Danach warten die Big-Five der Königsklasse: Ayrton Senna (41), Alain Prost (51), Vettel (53), Schumacher (91) und Lewis Hamilton (103).

Nachdem der Saisonstart noch wacklig war, beträgt Verstappens Vorsprung in der WM mittlerweile 116 Punkte. „Es war unmöglich, ihn zu schlagen“, sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nach der schmerzenden Heimpleite in Monza. Am 2. Oktober könnte es nun noch bitterer werden für die Scuderia: Wenn Verstappen tatsächlich schon in Singapur, dem 17. von 22 Rennen, den Titel feiert.

„Es passiert, wenn es passiert“, sagte Horner. Aber die Glitzermetropole Singapur hätte sicher angemessene Bars oder Clubs für die Party zu bieten. „Das wäre ein guter Platz zum Feiern“, sagte Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull.

Verstappen würde den Titel holen, wenn er gewinnt und den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde holt. Leclerc (Ferrari) dürfte maximal Achter werden. Er triumphiert auch ohne die schnellste Rennrunde, wenn Leclerc maximal Neunter wird.   sid

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