Biathleten wechseln den Dienstwagen

von Redaktion

Weil Langzeitpartner Audi seine Strategie wechselt, weiten die Biathleten ihre Partnerschaft mit BMW aus

München – Das Kennenlernen dauerte ein Weilchen. Die deutschen Biathleten mussten sich umfassend in ihre neuen Dienstwägen einführen lassen. Ist ja auch Neuland, das man da betritt. Die Skijäger werden ab sofort von BMW motorisiert. Das ist insofern kein ganz unerwarteter Schritt. Immerhin ist der Münchner Autobauer schon seit einem Jahrzehnten bei den Biathlon-Weltcups und -Weltmeisterschaften präsent. „Es war für uns ein logischer Schritt, der in den letzten Jahren noch nicht möglich war“, sagte Christian Masanz, der Leiter des Sport- und Kulturmarketings bei BMW.

Bisher hatte der Deutsche Skiverband (DSV) ja mit Audi einen Komplettausrüster. Doch die Ingolstädter entschlossen sich zu einem Strategiewechsel und konzentrieren ihre Förderung nun auf die alpinen Disziplinen inklusive Cross und Freeski.

Womit nun allerdings die nordischen Disziplinen Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination erstmals seit langem ohne Fahrzeugpartner dastehen. Das wird sich in diesem Winter auch nicht mehr ändern, wie Stefan Schwarzbach, Kommunikations- und Marketingchef des DSV, erklärte. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir es nicht probiert haben, BMW auch für die anderen Abteilungen zu gewinnen“, sagte er. Doch die Firma winkte aufgrund „mangelnder Nähe“ zum Skispringen & Co. ab. Andere Anbieter äußerten Interesse, konnten die Masse an benötigten Fahrzeugen aber nicht so schnell beibringen. „Da bezahlen wir auch ein bisschen für Corona.“

Den Skijägern kann das egal sein, Benedikt Doll & Co. waren von den neuen Dienstwägen angetan. Die Übergabe in der BMW-Welt schob man gerne in die Saisonvorbereitung ein. So wie Doll, der die letzten Tage mit Materialtests in Suhl verbracht hatte. In der dortigen Kältekammer tüftete der Vorzeige-Athlet, der seit Ende August Vater eines Sohne ist, an Waffen und Ski.

Anders etwa als die Skispringer, die bereits am 4. November in die Saison einsteigen, können die Biathleten noch etwas entspannter an ihrer Form feilen. Der erste Weltcup steht erst Ende November in Kontiolahti an. Das ist aber wahrscheinlich auch ganz gut so. Die Abteilung ist seit diesem Sommer mit neuen Trainern ausgestattet. Der erfahrene Slowene Uros Velepec (54) übt mit der Männermannschaft. Bei den Frauen gibt nun Sverre Olsbu Röiseland (31), Ehemann der norwegischen Ausnahmekönnerin Marte Olsbu Röiseland den Ton an.

Beim Versuch, die deutschen Athleten mit ihren Ideen für Saison und Heim-WM in Oberhof fit zu trimmen, kommt jeder Tag nur zu gelegen. Weil Kennenlernen manchmal doch ein Weilchen dauert. PATRICK REICHELT

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