München – Schach-Weltmeister Magnus Carlsen kann aufatmen: Endlich ein Turnier, bei dem nicht Hans Niemann als Gegner lauert. So wird das Betrugsthema nur am Rande besprochen werden. Ebensoklein dürften aber auch die Siegchancen des Weltranglistenersten sein. Sein norwegisches Team Offerspill Chess Club besitzt keine Chance vom 3. bis 9. Oktober den Vereins-Europacup in Mayrhofen zu gewinnen. In Österreich gilt Ex-Weltmeister Viswanathan Anand, mit seiner Mannschaft CSU ASE Superbet aus Rumänien als Favorit.
Auch der FC Bayern München zählt zu den 70 Clubs, die in der offenen Klasse im Zillertal ans Brett gehen. Große Chancen rechnen sich die Bayern nicht aus. „Wir freuen uns, dass wir dabei sind“, bekennt Großmeister Niclas Huschenbeth und erinnert sich: „ich habe selbst nur einmal mit dem Hamburger SK mitgespielt.“ Ambitionslos sieht die Nummer zwei des achtköpfigen Teams die Reise aber nicht. Die an Position zwölf gesetzten Münchner wollen laut Huschenbeth (Foto: Metz) weitermachen, „wo das Team zuletzt in der Bundesliga aufgehört hat, nämlich die Großen zu ärgern!“
Amin Tabatabaei führt den FCB in Mayrhofen an. Der Iraner ist eine der zwei Neuzugänge, die den Ex-Meister in der Bundesliga weiter nach vorne führen sollen. Vor allem der Landsmann von Tabatabaei, Parham Maghsoodloo, könnte im deutschen Oberhaus ab 22. Oktober am Spitzenbrett für Furore sorgen. Im Zillertal bieten die Bayern den 22-Jährigen nicht auf, er tritt für Clichy-Echecs-92 an. Das liegt nicht nur an den besseren Titelchancen der Equipe: Wie im Fußball dürften die Pariser mehr zahlen … HARTMUT METZ