München – Wenn Rene Piechulek am Sonntag in Paris-Longchamp das wichtigste Galopprennen der Welt bestreitet, den Prix de l’Arc de Triomphe, ist alles vertraut und doch ganz anders.
Der Münchener Jockey geht als Titelverteidiger in das mit fünf Millionen Euro dotierte 2400-Meter-Rennen, nachdem er es vergangenes Jahr sensationell mit Torquator Tasso gewann. Piechulek kennt das Spektakel und die Riesen-Kulisse. Und der Reiter wäre auch heuer wieder mit dem von Marcel Weiß in Mülheim an der Ruhr trainierten Hengst angetreten – hätte sich nicht ein Pferd des eigenen Stalls als wahrer Crack erwiesen: Der vierjährige Mendocino aus dem Besitz von Hans Gerd Wernicke, für den Piechulek in Riem als Stalljockey arbeitet.
Mit welchen Erwartungen gehen Wernicke und Trainerin Sarah Steinberg nach Paris? Auf der einen Seite „sehen wir uns als Außenseiter“, sagt Racing Manager Harald Schneider: „Alles andere als eine anständige Vorstellung als Ziel auszugeben, wäre vermessen.“ Auf der anderen Seite war da der Große Preis von Baden vor vier Wochen, als Mendocino Torquator Tasso mit einer Kopflänge Vorsprung schlug und siegte.
Nach drei verhaltenen Auftritten hatte sich das Münchener Pferd in dem deutschen Gruppe I-Rennen als auf den Punkt vorbereitet gezeigt. Der „Arc“ war dann das logische Ziel. Weil Schneider den prominenten Konkurrenten wieder ganz vorne sieht, „gibt es keinen Grund, warum Mendocino diesmal nicht in seiner Nähe und damit im Vordertreffen landen sollte“, findet der Manager.
Die Vorzeichen stehen seiner Einschätzung nach gut. Mendocino habe am Freitag vergangener Woche sein Abschlusstraining mit Piechulek absolviert, „zur vollsten Zufriedenheit von Trainerin und Reiter“, betont Schneider. Auch in Mülheim an der Ruhr verlaufen die Vorbereitungen offensichtlich nach Plan. „Alles gut“, sagte Trainer Marcel Weiß am Dienstag. CHRISTIAN WANNINGER