Nürnberg – Dieter Hecking sah sich zum Handeln gezwungen. Nach dem Absturz des 1. FC Nürnberg in dieser Saison hat der Sportvorstand Trainer Robert Klauß freigestellt. Ein neuer Coach soll die „orientierungslos“ scheinende Mannschaft, wie sie Hecking beschrieb, wieder nach oben führen.
„Wir bedauern diese Entscheidung, aber sie ist unumgänglich gewesen. Robert hat hier über mehr als zwei Saisons einen guten Job gemacht. Allerdings war die Entwicklung in den zurückliegenden Wochen ganz und gar nicht zufriedenstellend“, erläuterte Hecking die Entscheidung einen Tag nach dem frustrierenden 0:3 in der 2. Liga beim Karlsruher SC.
„Die Art und Weise, wie die Mannschaft in Karlsruhe, aber auch schon in einigen Spielen zuvor aufgetreten ist, war nicht akzeptabel. Wir hätten uns alle darüber gefreut, wenn wir unseren Weg der Kontinuität verbunden mit erfolgreichen Spielen hätten weitergehen können“, meinte Hecking weiter. Der Auftritt habe ihn „zum Umdenken“ bewegt.
Klauß, über die laufende Saison an die Franken gebunden, verabschiedete sich am Montag von der Mannschaft. Der 37-Jährige war im Sommer 2020 als Co-Trainer von RB Leipzig nach Franken gewechselt. In seiner ersten Saison wurde der Club Elfter. Anschließend spielte der Traditionsverein sogar lange um den Aufstieg mit, wurde dann aber nur Achter.
Bis auf Weiteres werden die bisherigen Co-Trainer Ersan Parlatan und Frank Steinmetz das bis auf Tabellenplatz 14 abgestürzte Team betreuen. Wer auf Klauß folgt? Nach Informationen der Bild-Zeitung ist FCA-Coach Markus Weinzierl Heckings Topkandidat. „Wir hatten mehrere Kandidaten, haben uns aber auf einen festgelegt“, deutete der Sportvorstand an: „Ich habe jemanden im Kopf, mit dem wir auch in Gesprächen sind.“ Mit der externen Lösung will sich der FCN rasch einigen, er soll schon am Sonntag im Heimspiel gegen Kiel (13.30 Uhr) an der Seitenlinie stehen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Nachfolge“, betonte Hecking, für den selbst ein Feuerwehrjob „völlig ausgeschlossen“ ist: „Wir versuchen, schnellstmöglich eine Lösung zu präsentieren.“ dpa