„Unser Zuhause ist eine Festung“

von Redaktion

TSV 1860 Köllner und Lex gehen optimistisch ins Derby gegen Ingolstadt

VON JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ

München – Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Vor der Partie am Samstag gegen Ingolstadt nahm im Pressestüberl an der Grünwalder Straße neben Michael Köllner auch noch Ex-Schanzer Stefan Lex Platz, worauf der Cheftrainer die Gelegenheit beim Schopfe packte und vom Interviewten zum Interviewer wurde.

Wie es ihm denn gehe, fragte Köllner seinen Kapitän. „Wenn ich bei hundert Prozent bin, bin ich dabei. Ich bin optimistisch“, so der belustigte Lex, der wie Leandro Morgalla (Hüftprobleme) und Phillipp Steinhart (Knieverletzung) wegen Muskelproblemen fraglich ist. „Und wie siehst du den Gegner“, hakte Köllner nach. Lex grinste ob der journalistischen Fähigkeiten seines Coachs. „Das waren immer heiße Tänze zuletzt. Wir haben nicht die beste Bilanz gegen sie, da haben wir also einiges aufzuholen. Das ist ein dickes Brett, das wir bohren müssen.“

Dass es sich jedoch um ein Brett handelt, das der in der Liga seit April daheim ungeschlagene Tabellenführer der 3. Liga auf heimischem Grund durchbrechen muss, wusste das Interview-Duo auch. „Vor der Saison haben wir uns vorgenommen, zu Hause eine Macht zu sein. Unsere Punkteausbeute spiegelt das auch wider, was auch mit der Unterstützung der Fans zu tun hat“, erklärte Lex. Köllner fügte an: „Dieses Jahr muss unser Zuhause eine Bastion, eine Festung sein. Da dürfen zwar welche rein, aber nicht mit Punkten wieder heraus.“

Als nächstes wird dem Zweitligaabsteiger aus Ingolstadt Einlass ins Grünwalder gewährt, der Druck ist angesichts der siebten Tabellenposition bereits jetzt spürbar. „Die müssen ja fast gewinnen, um oben dranzubleiben“, weiß auch Köllner, der die Schanzer als „ausgebuffte Männermannschaft, die sich über gefährliches Umschaltspiel definiert“ umschrieb. An der Herangehensweise seiner Löwen ändere dies aber nichts: „Das sind doch die schönsten Spiele: daheim, ausverkauft und gegen einen Gegner, der mindestens die gleichen Ambitionen hat wie wir. Aber wir wachsen mit unseren Aufgaben. Wir haben daheim eine blütenweiße Weste und wollen diese auch beibehalten“, unterstrich der 52 Jahre alte Fußballlehrer.

Auch Lex konzentrierte sich aufs Wesentliche. Nostalgie verspüre er angesichts des Duells gegen den Ex-Klub keine, da aus seiner Zeit gewissermaßen „nur noch der Zeugwart“ da sei. Ein Derby sei es auch nur für die Ingolstädter, da in der lokalen Presse mehr über 1860 berichtet werde als über Ingolstadt selbst. Und die Pleite im Aufstiegsduell vor anderthalb Jahren spiele überdies auch keine Rolle mehr. „Da kann ich mich noch drei Jahre ärgern und hab nichts davon“, analysierte Lex.

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