Alonsos 120. Spiel wird „etwas ganz anderes“

von Redaktion

Der zweimalige Gewinner des Champions-League-Pokals nun als Trainer dabei – Leverkusens gute Chance

Leverkusen – Xabi Alonso hat in 119 Champions-League-Spielen alles erlebt, er hat den Henkelpott sogar zweimal gewonnen, mit dem FC Liverpool und mit Real Madrid – und doch erlebt er etwas grundlegend Neues. „Es ist eine Sache, zu spielen. Trainer zu sein, ist etwas ganz anderes“, sagte der neue Coach von Bayer Leverkusen vor seiner besonderen Premiere. Denn wenn am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) wieder die dramatische Hymne der Königsklasse erklingt, trägt der Weltstar Anzug statt Trikot.

Nach seinem Einstand in der Bundesliga, einem 4:0 gegen taumelnde Schalker, folgt für den Spanier das Seitenlinien-Debüt auf großer Bühne – und das steht gegen den FC Porto im Zeichen der Wiedergutmachung. „Es ist der schönste Wettbewerb, den man spielen kann“, sagt der 40-Jährige.

Mit dem Gegner haben die Leverkusener „noch eine Rechnung offen“, wie Nationalspieler Jonathan Tah vor dem Spiel betonte. Vor einer Woche setzte es eine wegweisende 0:2-Niederlage in Portugal. Dort rieben sich die Rheinländer auf, sie bekamen beim Stand von 0:0 einen Handelfmeter zugesprochen, den Patrick Schick aber verschoss, was die persönliche Krise des vorjährigen Torjägers untermauerte. Am Ende verlor Leverkusen das Spiel – und Gerardo Seoane seinen Job.

Am nächsten Tag übernahm der Champions-League-Routinier Alonso das Ruder, Clubchef Fernando Carro, auch er Spanier, hatte den Plan B mit Alonso schon in der Tasche. Alonsos Bundesligaeinstand verlief mit einem 4:0 gegen Schalke – allerdings ein ebenfalls kriselndes Team – ohne Probleme. Jetzt folgt Xabi Alonsos erster internationaler Härtetest als Coach. „Es ist natürlich besonders“, gestand er ein, „es wird hoffentlich das erste von vielen Spielen in diesem Wettbewerb sein.“

Seine Mannschaft bekommt die Chance, die Karten in der Gruppe neu zu mischen. Denn: Weil die Leverkusener Atletico Madrid geschlagen haben, würden sie mit einem Sieg auf Platz zwei springen und hätten im Rückspiel in Madrid die Trümpfe in der Hand.

Dass Bayer – so wie jedes andere Team in der ausgeglichen besetzten Gruppe B – trotz zweier Niederlagen immer noch alle Chancen hat, liegt auch am Überraschungsteam FC Brügge. Mit der optimalen Ausbeute von neun Punkten grüßt der belgische Meister von der Spitze, Leverkusen lauert hinter Porto auf Rang drei, Atletico steht auf Platz vier – alle mit drei Punkten.

Mit einem Sieg gegen Porto und einer erneuten Atletico-Niederlage gegen Brügge hätte Leverkusen in Madrid sogar die Chance, das Weiterkommen perfekt zu machen. Zunächst steht aber die Revanche gegen Porto an: Am Mittwoch soll Alonsos Team da anknüpfen, wo es in der Liga furios angefangen hat.

Verzichten muss Bayer im Vergleich zur Niederlage vor einer Woche auf die gesperrten Robert Andrich im Mittelfeld und und Jeremie Frimpong, Doppeltorschütze gegen Schalke, auf Außen sowie den verletzten Iraner Sardar Azmoun (Muskelfaserriss).  sid

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