München – Der FC Bayern hat ein Problem: Es fehlt ein Superstürmer als Anspielstation. Nach dem Abgang von Robert Lewandowki (34) steht kein Knipser mehr im Kader. „Eines ist ganz sicher, dass ich glaube, dass uns schon ein Neuner fehlt. Das ist eine wichtige, schwierige Entscheidung gewesen, den Robert abzugeben, mit dem Risiko, dass man bestimmte Tore nicht macht – nämlich so eines wie Modeste gestern“, sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß (70) am Sonntag nach dem 2:2 in Dortmund im Sonntagsstammtisch des Bayerischen Rundfunks.
Die Antwort von Nagelsmann lautete am Dienstagabend wie folgt: „Am Ende haben wir den klassischen Neuner nicht. Dann ist es meine Aufgabe, die Dinge so zu steuern, dass wir es gut kompensieren. Ganz unabhängig davon, ob der Ehrenpräsident oder sonst wer es kommentiert.“
In die Saison ohne Top-Knipser zu gehen, war eine bewusste Entscheidung der Bayern-Verantwortlichen um Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45). Nach dem Wechsel von Ex-Dortmund-Stürmer Erling Haaland (22) zu Manchester City war keine passende Tormaschine auf dem Markt. Von einer Verpflichtung des Ex-Stuttgarters Sasa Kalajdzic (25/Kreuzbandriss), der am Ende bei Wolverhampton landete, sahen die Münchner nach Gesprächen mit dessen Management ab. Und so sollte Sadio Mané (30) Lewandowski als Sturmspitze ersetzen, die Tore des Polen sollten auf mehreren Schultern verteilt werden. Klappt ab und an. Aber oft eben auch nicht.
Auch deshalb soll künftig wieder ein Super-Neuner her. Keine einfache Aufgabe. „Diese Mittelstürmer, die dir 25, 30 Tore garantieren wie Robert Lewandowski, die gibt es leider nicht wie Sand am Meer“, so Präsident Herbert Hainer (68) im Blickpunkt Sport. Als Wunschstürmer für die kommende Saison gilt Harry Kane (29). Der englische Nationalstürmer steht bei Tottenham noch bis Sommer 2024 unter Vertrag. Vor dem Champions-League-Spiel in Frankfurt wurde Kane auf die Bayern angesprochen und antwortete vielsagend: „Natürlich ist der FC Bayern ein Top-Top-Klub, aber ich konzentriere mich aktuell auf Tottenham.“
Ein Transfer wäre in jedem Fall kostspielig. Sollten die Parameter zwischen Bayern und Kane zu 100 Prozent stimmen, ist der Rekordmeister aber auch bereit, die 100-Millionen-Euro-Marke als Ablöse für den Knipser zu knacken. „Es muss der richtige Spieler auf den Markt kommen. Der FC Bayern hat immer mit Mittelstürmer gespielt“, erklärte Hainer.
Natürlich befassen sich die Münchner auch mit Alternativen zu Kane. Bayern-Chefscout Markus Pilawa war am Sonntag beim Spiel zwischen Gladbach und Köln (5:2) im Stadion – laut Sport 1 um Marcus Thuram (25) zu beobachten. Der Gladbach-Vertrag des französischen Stürmers läuft im Sommer aus. Dass er weiß, wo das Tor steht, beweist er in dieser Saison: fünf Tore in neun Liga-Spielen.
PHILIPP KESSLE R,
MANUEL BONKe