Europameister zu abgezockt

von Redaktion

Deutsche Handballer mit schwacher Phase gegen Schweden

Mannheim – Erst geglänzt, dann eingebrochen: Deutschlands Handballer haben im WM-Härtetest gegen Schweden trotz eines guten Starts eine Lehrstunde erhalten. Die Mannschaft von Alfred Gislason unterlag in Mannheim dem abgezockten Europameister 33:37 (16:19). Exakt drei Monate vor dem ersten Spiel bei der Weltmeisterschaft brachte das DHB-Team um den starken Kapitän Johannes Golla die Schweden einzig zu Beginn in ernste Bedrängnis, desolate sechs Minuten nach Wiederbeginn sorgten vor 9221 Zuschauern in der SAP Arena für die Vorentscheidung.

Im ersten Länderspiel seit knapp einem halben Jahr präsentierte sich Deutschland insgesamt zu unflexibel in der Offensive, wo einzig das Kreisspiel funktionierte. Auf der anderen Seite parierten Andreas Wolff und Till Klimpke zwar einige Bälle – immer besser in Fahrt kommenden Schweden hatte die deutsche Deckung insgesamt aber zu wenig entgegenzusetzen. Am Samstag (20.15 Uhr/sportschau.de) wartet im andalusischen Jaen im zweiten Spiel des EHF EURO Cups mit Spanien der nächste Weltklasse-Gegner auf Deutschland. Es ist das letzte Länderspiel des Jahres, das DHB-Team testet vor Start der WM in Polen und Schweden (11. bis 29. Januar 2023) erst wieder im Januar zweimal gegen Island. Die Zeit drängt – Gislason wollte daher bereits gegen die mit zehn Bundesliga-Spielern angereisten Schweden keine Zeit verlieren. Der Isländer hatte Spielfreude und ein schnelles Umschaltspiel gefordert. Genau das zeigte sein Team, allerdings nur in der Anfangsphase. Deutschland, das mit Spielmacher Juri Knorr und Rückkehrer Patrick Groetzki auf Rechtsaußen von den Rhein-Neckar Löwen startete, zog schnell auf drei Tore davon. Immer wieder gefunden: Golla, der seine Chancen am Kreis eiskalt verwertete. Nach zwölf Minuten hatte der erst 24 Jahre alte Spielführer bereits sieben (!) Tore auf dem Konto, am Ende war er mit elf bester deutscher Werfer. Den EM-Champion Schweden beeindruckte das aber nicht. Der WM-Co-Gastgeber pirschte sich wieder heran – und schließlich davon.  sid

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