Italien bleibt ein hartes Pflaster

von Redaktion

Bayerns Basketballer kassieren auch in Bologna eine 63:66-Niederlage – nun droht der nächste Fehlstart

VON PATRICK REICHELT

Bologna – Italien war für die Basketballer des FC Bayern ja nicht immer die große Liebe. Wenn es über den Brenner ging, gab es oft mächtig auf die Socken. Und ausgerechnet dort also sollte es nun klappen, mit dem ersten Ausrufezeichen der neuen Euroleague-Saison. Was es dafür bei Virtus Bologna brauchte, wusste Bayern-Coach Andrea Trinchieri immerhin genau: „Du musst leiden können um dort zu bestehen!“

Nun, leiden konnten sie, seine Münchner. Die Formkurve zeigt nach oben – Zählbares allerdings sprang auch diesmal nicht heraus 63:66 (32:34) mussten sich die Bayern auch in Italien geschlagen geben. Und nun kommen nächste Woche die beiden Titelanwärter aus Barcelona (Dienstag) und Mailand (Donnerstag) in den Audi Dome. Trinchieri hielt sich mit großer Kritik diesmal zurück: „Wir müssen noch viel verbessern“, sagte er, „aber wir gewinnen und verlieren als Team“.

Für die erhoffte Besserung in diesem zweiten Anlauf in Sachen Euroleague-Zählbares hatte Trinchieri umgedacht. Anders als gegen Fenerbahce vertraute er im schwer traditionsbeladenen Paladozza erst einmal nicht seinen Neuen. Altbewährtes sollte seine Bayern erst einmal in die Spur bringen. Nick Weiler-Babb gab für Cassius Winston den Ballschlepper, der zum Auftakt alles überragende Othello Hunter den Wühler unter dem Korb.

Der Gedanke ging erst einmal nur bedingt auf. Die Bayern starteten auch in Bologna fahrig in die Partie. Man ließ Bologna gewähren. Und hatte nur Glück, dass bei der serbischen Spielmacherlegende Milos Teodosic an Tag eins nach seiner Rückkehr von seiner Hüftverletzung Genie (Traumpässe) und Wahnsinn (Ballverluste) noch bemerkenswert nahe beinander lagen.

Und so konnten sich die Bayern doch wie erhofft hineinbeißen in diese Partie. Vor allem Vladimir Lucic rackerte nach Kräften, der Kapitän ließ schon am Sonntag gegen Chemnitz einen Aufwärtstrend erahnen. Auch Weiler-Babb und Dreierspezialist Andi Obst lieferten wertvolle Impulse. Bis sie plötzlich voll in der allerdings nur selten wirklich niveauvollen Partie drin waren, die Bayern.

Was durchaus hätte gut gehen können – hätte es da nicht diese verhängnisvollen Minuten Mitte der zweiten Hälfte gegeben, als die Bayern sich den letztlich spielentscheidenden Durchhänger leisteten. An beiden Seiten des Spielfeldes ging die Konsequenz verloren. Vor allem defensiv war der Schaden groß. Der Däne Iffe Lundberg führte das Team von Europameistercoach Sergio Scariolo zu einem 16:0-Lauf.

Die Bayern schütteln sich zwar noch einmal, im Duell zweier Teams, die beide noch auffällige Anpassungsprobleme haben. Bis in die Schlussekunden blieben sie in Schlagdistanz. Doch bei den Dreierversuchen von Vladimir Lucic und Corey Walden verwehrte der Ring dem Ball den Weg in den Korb.

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