Müller – stark auch als Ersatz-Lewandowski

von Redaktion

Überzeugende Vorstellungen als Mittelstürmer – Nach Rückenproblemen Entwarnung: „Nichts Schlimmes“

Pilsen – Die Bayern und das Fehlen eines Neuners – ein leidiges Thema. Aber Fakt ist: Nach dem Abgang von Robert Lewandowski (34) zum FC Barcelona fehlt dem deutschen Rekordmeister ein Knipser. Beim Spiel in Pilsen übernahm Thomas Müller (33) die Rolle des Mittelstürmers – und gab eine Bewerbung für die Position ab. „Ich habe jetzt zwei-, dreimal vorne drin gespielt. Ich habe gegen Leverkusen ein Tor gemacht, gewonnen. Heute ein Tor gemacht, gewonnen. Ich kann nicht klagen. Schauen wir mal!“, sagte Müller, der das 2:0 gegen die Tschechen erzielte.

Direkt nach seiner Vorlage zum dritten Tor des Abends (von Goretzka) musste er ausgewechselt werden. Doch noch in Tschechien gab Müller Entwarnung. „Es ist aus meiner Sicht nichts Schlimmes. Es sieht nach einer Nerven-Geschichte aus. Der alte Rücken“, scherzte der Weltmeister von 2014, der an einen Einsatz am Sonntag gegen Freiburg glaubt. „Ich hoffe natürlich. Ich werde die Zeit nutzen und schauen, was Sache ist. Ich gehe von nix Schlimmem aus.“

Und dann könnte Müller wieder den Lewandowski geben. Die Diskussion um den fehlenden Mittelstürmer sei erwartbar gewesen. „Wir haben den nach Gerd Müller erfolgreichsten Stürmer der Bundesligageschichte abgegeben. Im Vorfeld dieses Transfersommers, sagen wir, rund um Weihnachten 2021, lagen wahrscheinlich verschiedene Zukunftsszenarien auf dem Tisch. Es hätten sich ja auch alle vorstellen können, dass Lewandowski noch verlängert, meinte Müller im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. „Einen Ersatz zu finden, war mit Sicherheit auch eine Marktfrage. Daher war es auch eine Chance, die der Verein ergriffen hat: dass er bei der Marktlage Lewy verkauft – und dafür einen überragenden Spieler von der Qualität eines Sadio Mané holt.“

Julian Nagelsmann habe als Trainer in Leipzig ja auch über Jahre „ein Spielsystem gepflegt mit vielen variablen Spielern vorne“. Am Anfang der Saison wurde der neue Angriffsfußball der Bayern noch gefeiert. Nach einigen Ligaspielen ohne Sieg gab es Kritik. Und der Ruf nach einem Mittelstürmer wurde wieder lauter. „Es wird in dieser Saison wahrscheinlich kein einzelner Spieler 40, 50 Tore wettbewerbsübergreifend machen“, weiß Müller. Die Vorzüge des angesprochenen neuen Systems habe man aber auch schon demonstrieren können.

Ob das Experiment mit der falschen Neun auf Dauer gut gehe, wisse er nicht. „Noch ist es zu früh, um bewerten zu können“, so Müller. „Es bleibt also spannend, aber ich bin zuversichtlich.“

In Pilsen klappte es mit Müller vorne drin ganz gut. Trotzdem halten die Bayern-Verantwortlichen die Augen nach einem neuen Stürmer ab der kommenden Saison offen. Ein Kandidat ist Tottenham-Stürmer Harry Kane (29/Vertrag bis 2024). Gerüchte gibt es auch um Lautaro Martinez (25/Vertrag bis 2026) von Inter Mailand.  pk, bok

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