Pilsen – Souverän ins Achtelfinale: Der FC Bayern bezwang am Mittwochabend in Tschechien Viktoria Pilsen mit 4:2 und zog vorzeitig in die Runde der letzten 16 Teams in der Champions League ein. „Das Weiterkommen ist natürlich super. Wir sind nach vier spielen ganz oben, hatten bis dato eine makellose Gegentorbilanz und sind bei 13 Toren“, freute sich Thomas Müller (33). Mit Verweis auf die weiteren Gruppengegner Inter Mailand und FC Barcelona fügte er an: „Chapeau, würde ich sagen, wenn ich selber den Hut vor unserer Truppe ziehen müsste.“
Vor allem dank einer überragenden ersten Halbzeit vor 11 700 Fans in Pilsen gelang den Münchnern der vierte Dreier im vierten Gruppenspiel der Königsklasse. Nach der Pause nahm die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann (35) einen Gang raus und wurde durch zwei Gegentore bestraft. Der Leistungsabfall – eine Kombination aus mutigeren Pilsenern, vielen Wechseln und Bayerns Fokus auf den Südgipfel in der Bundesliga am Sonntag (19.30 Uhr, DAZN) gegen den SC Freiburg.
„Es ist normal, dass wir Sonntag im Kopf haben, weil es auch ein sehr wichtiges Spiel ist“, gab Nagelsmann zu. Seit Donnerstag gehe es „sehr geradlinig in die Vorbereitung auf Freiburg, um auch in der Bundesliga wieder die richtige Richtung einzuschlagen“. Mit einem Sieg in der Allianz Arena können die Drittplatzierten Münchner den Tabellenzweiten aus dem Breisgau überholen. Und die Bayern sind siegessicher. „Wir wissen, wer wir sind – und das versuchen wir, auf den Platz zu bringen“, betonte Müller. „Es wird sehr wichtig sein, dass wir das Spiel gewinnen. Wir werden alles daran setzen und schauen, was wir damit kriegen.“
Trotz einer bisher durchwachsenen Liga-Spielzeit mit vier Unentschieden und einer Niederlage aus neun Partien ist Müller für das Topspiel gegen Freiburg positiv gestimmt. „Wir wissen um die Ergebnisse in der Bundesliga. Wir wissen auch teilweise, wie sie zustande gekommen sind. Und natürlich haben wir bei diesen negativen Ergebnissen in der Bundesliga auch unsere Aktien drin, wo wir Dinge nicht gut gemacht haben“, erklärte der Angreifer. „Aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir verunsichert sein brauchen – wir können mit einem guten Gefühl in den Sonntag gehen.“
Ähnliche Töne schlägt Torwart Sven Ulreich (34) an. „Natürlich wissen wir, dass wir in der Liga ein bisschen unter Zugzwang stehen, dass wir ein paar Punkte liegen lassen haben“, so der Vertreter von Manuel Neuer (36/Schultereckgelenk-Prellung). „Es gilt, den Schwung aus der Champions League mitzunehmen und uns die Punkte, die uns abhanden gekommen sind, wieder zu holen und zu gewinnen. Das ist unsere Aufgabe und damit geht es gegen Freiburg los.“
Im Südgipfel gegen das bis dato beste Auswärtsteam der Liga kann Coach Nagelsmann vermutlich wieder auf einige zuletzt angeschlagene Stammkräfte setzen. Linksverteidiger Alphonso Davies (21/Schädelprellung), Innenverteidiger Matthijs de Ligt (23/muskuläre Probleme in der linken Hüfte) und Serge Gnabry (26/Kapselverletzung im Kniegelenk) dürften zurück in dem Kader kommen. Ungewiss ist indes noch, ob Neuer auflaufen kann.