Lea Friedrich kämpfte mit allerletzter Kraft, die entthronte Emma Hinze feuerte aus voller Kehle an – doch die Siegesserie der deutschen Sprinterinnen fand bei der WM vor den Toren von Paris ein Ende. Die beiden Starterinnen aus Deutschland holten in der Königinnen-Disziplin Silber und Bronze. Silber gab es zudem im Männer-Punktefahren für Roger Kluge.
Zwei Tage nach dem Sieg im Teamsprint verlor Friedrich (22, Dassow) in zwei Läufen gegen die Französin Mathilde Gros, die damit die Nachfolge von Hinze antrat. Die Titelverteidigerin war im Halbfinale an Gros gescheitert, sicherte sich im kleinen Finale aber Bronze.
Hinze, 25, die letztes Jahr vor Friedrich Gold geholt hatte, besiegte im Duell um Platz drei die Niederländerin Laurine van Riessen 2:0. Im Halbfinale hatte sie in drei Läufen gegen die entfesselt fahrende Gros verloren. Das deutsche Team verpasste das zweite Gold auf der Bahn der Sommerspiele 2024 nach dem Teamsprint-Erfolg durch Friedrich, Hinze sowie Pauline Grabosch.
Für die deutschen Sprinterinnen endete damit eine stolze Siegesserie. Seit 2019 waren sie in den vier schnellen Disziplinen (Sprint, Teamsprint, Keirin, 500 m) bei Weltmeisterschaften unbesiegt. Friedrich und Hinze haben vor den Toren von Paris im 500-m-Zeitfahren und im Keirin zwei weitere Goldchancen. Für einen Coup aus deutscher Sicht sorgte Routinier Kluge. Der 36-Jährige wurde überraschend Zweiter im Punktefahren – wie vor 14 Jahren bei Olympia in Peking. sid