Der soziale Superstar

von Redaktion

„Socrates Award“: Bayerns Sadio Mané beim Ballon d’Or für seine Hilfsprojekte geehrt

VON MANUEL BONKE

München – Anders als viele seiner Kollegen verzichtet Sadio Mané (30) bei offiziellen Veranstaltungen auf teure Designer-Anzüge. Stattdessen greift der Angreifer des FC Bayern zum traditionellen Gewand. Wie am Montagabend bei der Gala zum Ballon d’Or, als sich Mané im senegalesischen Kaftan präsentierte. Der Superstar trug in Paris eine moderne taubenblaue Variante der jahrhundertealten Robe (ging ursprünglich bis zum Knöchel) in Form eines Anzugs.

Manés Heimatverbundenheit drückt sich allerdings nicht nur in seiner Kleiderwahl aus, sondern vor allem in seinem sozialen Engagement. Darum wurde er als erster Gewinner des „Socrates Award“ ausgezeichnet. Der Preis ehrt Fußballer, die sich für Integration, Umweltschutz, für benachteiligte oder von Konflikten bedrohte Menschen starkmachen. „Ich bin einfach froh, dass ich hier sein darf. Ich rede nicht gerne über mein Engagement, aber ich tue, was ich kann, für mein Volk und versuche, die Dinge in meinem Land zu verbessern“, so Mané.

Im Laufe seiner Karriere hat der gläubige Muslim viel dafür getan, den Menschen im Senegal ein besseres Leben zu ermöglichen. So spendete er 2019 rund 300 000 Euro, um eine Schule in seinem Heimatdorf Bambali, einem kleinen Dorf am Casamance, dem größten Fluss des Senegals, zu bauen. 2021 stellte er knapp 600 000 Euro zur Verfügung, um dort ein Krankenhaus zu eröffnen. „Ich erinnere mich, dass meine Schwester auch zu Hause geboren wurde, weil es in unserem Dorf kein Krankenhaus gibt. Ich wollte eines bauen, um den Menschen Hoffnung zu geben“, sagte Mané damals. Zudem starb sein Vater, als er noch ein Kind war – wegen fehlenden medizinischen Einrichtungen. Das prägt. Als Corona ausbrach, spendete der Nationalspieler 50 000 Euro an die Regierung, um das Virus zu bekämpfen. Darüber hinaus gibt Mané monatlich 70 Euro an jede Familie aus Bambali. .

Präsident Macky Sall teilte in den sozialen Medien mit: „Sadio Mané ist der beste auf dem Platz und im Herzen immer Mensch geblieben.“ Auch Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45), der Mané nach Frankreich begleitete, lobte: „Trotz all seines Erfolgs ist er aber immer dieser bescheidene Kerl geblieben, der sich um andere kümmert.“

Was beinahe unterging: Mané wurde auch für sein sportliches Können ausgezeichnet und belegte hinter Real Madrids Karim Benzema („Es war ein Kindheitstraum von mir. Ich bin damit in meinem Kopf aufgewachsen“.) den zweiten Platz bei der Wahl des Ballon d’Or.

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