„Es waren laute Gespräche“

von Redaktion

Dortmund strebt Wiedergutmachung für Union-Niederlage an

Köln/Dortmund – Edin Terzic gab sich locker und zuversichtlich, doch auch zwei Tagen nach dieser so schmerzhaften Niederlage bei Union Berlin brodelte der Trainer von Borussia Dortmund noch immer. „Es macht mir keinen Spaß, immer die gleichen Fragen beantworten zu müssen. Ihr könnt euch sicher sein, dass die Jungs schon wissen, worum es geht“, sagte Terzic und berichtete von einem „sehr lauten“ und „sehr deutlichen“ Gespräch mit seiner Mannschaft, deren Leistungsschwankungen ein großes Rätsel bleiben.

Eigentlich sollte Terzic am Dienstag über das anstehende Pokalspiel bei Hannover 96 am Mittwoch (18.00 Uhr/Sky) sprechen, das Union-Spiel aber war das bestimmende Thema. Also berichtete der Trainer mit ernster Miene, dass er am Montag mit den Spielern nicht nur über das 0:2 beim Tabellenführer gesprochen habe, sondern „über die Gesamtsituation“. Denn Union hatte dem BVB genau die Tugenden vorgelebt, die der Vizemeister so oft vermissen lässt. „Bedingungslosigkeit, ständiges Unterstützen“, zählte Terzic auf und forderte: „Wir müssen aus diesem Spiel lernen.“

Es sei „kein Monolog“ gewesen, berichtete Terzic, nein, seine Spieler hätten Fragen gestellt und sich durchaus selbstkritisch gezeigt. Dabei sei auch Karim Adeyemi, der für seinen leichtfertigen Ballverlust gegen Union unter anderem von Mats Hummels kritisiert worden war, „sehr einsichtig“ gewesen. Doch Terzic bemühte sich, keinen einzelnen Spieler, sondern das gesamte Team in die Pflicht zu nehmen. Aus der Mannschaft höre er „die richtigen Dinge“, sagte der BVB-Trainer: „Nur geht es darum, sie umzusetzen auf dem Platz – und das ist jetzt die Aufgabe.“

Und die sollte der BVB am besten schon im Duell beim Zweitligisten Hannover meistern, der vor einem Jahr auf dem Weg ins Viertelfinale immerhin Borussia Mönchengladbach mit 3:0 aus dem Rennen geworfen hatte. Terzic forderte mit Nachdruck, dass dem BVB Siege nicht zufliegen werden. „Eine gute Leistung wird nicht einfach kommen, wir müssen sie uns holen, und dafür müssen wir bereit sein“, sagte der 39-Jährige.

Seit Jahren beschäftigt den BVB die leidige Debatte um Mentalität, die er wegen seiner oft unerklärlichen Aussetzer nicht beenden kann. Auch durch Trainerwechsel wurde es nicht dauerhaft besser. Es drängt sich also der Eindruck auf, dass es an den Spielern liegt, Grundlagen wie Leidenschaft und Einsatz immer abzurufen – ohne die für den BVB typische spielerische Leichtigkeit zu verlieren.  sid

Artikel 1 von 11