Zwei, drei Wochen mit Einsatzgarantie

von Redaktion

Sané fehlt mindestens vier Spiele – und Gnabry soll liefern: „Dann wird er viele Minuten sammeln“

München – Auf dem Gebiet Verletzungen keine Erfahrungswerte zu haben, ist als Profi-Sportler ja eigentlich sehr gut. Es macht die Sache mit den Prognosen aber nicht einfacher. „Zwei bis drei Wochen“, sagte Julian Nagelsmann gestern, werde Leroy Sané mit seinem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel ausfallen. Der Coach des FC Bayern geht mal lieber von drei aus, gerne lässt er sich „positiv überraschen“. Anders gesagt: Nagelsmann weiß es nicht – aber er weiß, dass er seinen derzeit formstärksten Offensivmann ersetzen muss.

Als „ärgerlich“ bezeichnete der 35-Jährige den Ausfall Sanés, vor allem, „weil er wirklich nie Muskelverletzungen hat“. Gezwickt hat es beim 5:0 gegen Freiburg rund 15 Minuten vor Schluss, und das, obwohl Nagelsmann ihm in den letzten Englischen Wochen immer mal wieder bewusst eine Pause gegönnt hatte. In beiden Spielen gegen Pilsen holte er den Nationalspieler früher vom Feld, auch beim 4:0 gegen Leverkusen durfte Sané eher duschen gehen. Da verließ Sané das Feld neun Minuten, nachdem Serge Gnabry es betreten hatte. Als gefeierter Torschütze – und nicht wie sein Kollege als Ergänzungsspieler.

Es gab schon Zeiten, in denen eigene Wortspiele für dieses Duo in der Bayern Offensive kreiert wurden. Vom neuen Traumpaar unter dem Namen „Sabry“ las man da zu Beginn der Saison 2020/21, es schien klar, dass Sané und Gnabry Franck Ribery und Arjen Robben beerben würden. Die Entwicklung, die die beiden seitdem genommen haben, verlief aber nicht immer gradlinig und parallel. Zuletzt blühte Sané auf, während Gnabry mal bessere Spiele hatte, aber in der Offensive als fünfte Wahl galt. Nun – auch heute in Augsburg – wird der 27-Jährige gefordert sein. Nagelsmann sagt: „Hoffentlich spielt er so gut wie gegen Freiburg. Das ist seine Benchmark.“

Am Sonntag nämlich hatte Gnabry als Torschütze, filigraner Vorbereiter und Aktivposten geglänzt. Ihm selbst hat es „sehr gut getan, so ein Spiel zu liefern“, von Sportvorstand Hasan Salihamidzic gab es Sonderlob: „Er hat ja alles! Wenn Serge in Topform ist, haben wir einen richtig guten Spieler.“ Auch Nagelsmann sieht „extrem viel“ in Gnabry – und betonte: „Wenn er so spielt wie gegen Freiburg, wird er viele Minuten sammeln.“ Ein Ansporn.

Aktuell sind es wettbewerbsübergreifend 735, 289 weniger als Sané. Um aufzuholen – und zu beweisen, dass er es genauso gut kann –, hat er drei Wochen. Oder zwei.  hlr, bok

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