Bremerhaven/München – „Eine schöne Momentaufnahme ist das“, sagte Thomas Popiesch, Trainer der Fischtown Pinguins Bremerhaven, vor dem Spitzenspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen München. Sein Team ging es als Spitzenreiter an, der EHC als Zweiter. Und diese Reihung blieb gewahrt, Popiesch konnte den Moment verlängern. Mit einem 1:0-Sieg baute der Club mit dem niedlichen Namen den Vorsprung auf vier Punkte aus. Ärgerlich für den EHC: Das Tor zur Niederlage kassierte er mit einem Mann mehr auf dem Eis.
Eine Regel im deutschen Eishockey ist: In nahezu jedem DEL-Club trifft man auf einen Tölzer. Sogar am nördlichsten Ende des Ligen-Verbreitungsgebiets in Bremerhaven. Dort ist Maximilian Franzreb (26) Teil eines formidablen Torhütergespanns. Ein gebürtiger Tölzer, aufgewachsen in Hamburg, doch 2020/21 war er wieder daheim, Stammkeeper bei den Tölzer Löwen, damals in der DEL 2. Von dort startete er richtig durch, jetzt hat er sich in der höchsten Liga in einem Spitzenclub etabliert – und stellte sich der Offensive des EHC München entgegen.
Wie das beim EHC eigentlich immer ist: Den Eindruck aus einer fahrigen Leistung wie am Sonntag beim Heim-1:5 gegen das Kellerkind Schwenningen lässt das Team von Don Jackson nicht lange stehen, es antwortet mit einer konzentrierten Vorstellung. Die Fischtown Pinguins gegen ihren Verfolger München – man konnte ein Knistern vernehmen. Und das Klingeln von Pfosten und Latte, als im zweiten Drittel Trevor Parkes und Frederik Tiffels für den EHC abzogen. Alles andere fing Maximilian Franzreb weg – und auf der Gegenseite, im Münchner Kasten, Danny Aus den Birken in Vertretung des angeschlagenen Mathias Niederberger. Der Routinier, in den Münchner Fan-Foren kritisch beurteilt, agierte sicher. „Man sieht: Hier spielen zwei Mannschaften, die in beide Richtungen stark sind“, sagte Bremerhavens Verteidiger Nicholas Jensen.
Beiden Mannschaften war auch daran gelegen, Strafzeiten zu vermeiden. Der EHC München kam erst in der 51. Minute zum ersten Überzahlspiel. Das aber gestaltete er kontraproduktiv: Ein Fehlpass von Kapitän Patrick Hager ermöglichte Bremerhaven durch Nino Kinder das 1:0. Die Schlussoffensive des EHC zerschellte an Bremerhavens Abwehr mit dem Tölzer Torwart. GÜNTER KLEIN