Großwallstadt – Bundestrainer Markus Gaugisch hat das Ausmaß der Vorwürfe gegen den früheren Bundesligatrainer André Fuhr als „Schlag“ für den Frauen-Handball bezeichnet. Es sei „natürlich nicht schön, solche Dinge über die eigene Sportart zu lesen“, sagte Gaugisch.
Mehr als 30 Personen hatten sich mit Berichten über Fuhr an die Beratungsstelle „Anlauf gegen Gewalt“ gewandt. Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass zahlreiche Spielerinnen psychisch unter der Trainingsarbeit des ehemaligen Trainers von Borussia Dortmund gelitten hätten.
Mit ihrer fristlosen Kündigung beim Bundesligisten Borussia Dortmund wegen ihres Trainers hatten die Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger den Fall Mitte September öffentlich gemacht. Der Verein trennte sich kurz darauf von Fuhr, wies aber darauf hin, dass dies „ausdrücklich nicht mit einer Vorverurteilung verbunden“ sei. Der 51 Jahre alte Fuhr war seit 2019 zudem auf Honorarbasis für den Deutschen Handballbund tätig. Fuhr selbst hatte den DHB darüber informiert, „dass er aufgrund der aktuellen Diskussionen um seine Person nicht für den Aufbau der neuen U19/20-Nationalmannschaft zur Verfügung steht“, hieß es damals in einer Verbandsmitteilung.
Aus dem Kreis der Frauen-Nationalmannschaft seien laut Gaugisch keine weiteren Spielerinnen betroffen. Man habe innerhalb der DHB-Auswahl, die sich derzeit in Großwallstadt auf die Europameisterschaft vom 4. bis 20. November vorbereitet, dennoch ausführlich über die Vorfälle gesprochen. „Wir haben Raum gegeben, über das Thema zu sprechen, weil wir uns davon nicht abschotten können“, sagte Gaugisch. dpa