Barcelona – Es lief gestern Abend im Camp Nou die 44. Minute, da hätte diese Dienstreise für Matthijs de Ligt eine unschöne Wendung nehmen können. Robert Lewandowski lag auf dem Boden des Strafraums, Schiedsrichter Anthony Taylor zeigte auf den Elfmeterpunkt – und de Ligt ärgerte sich. Hatte er nicht erst den Ball gespielt, ehe Lewandowski sich in seinen Beinen verknotet hatte? So war es! Die VAR-Überprüfung gab dem Bayern-Verteidiger und allen anderen Protestierenden Recht. 2:0 Bayern, das Spiel lief weiter.
So ein Anschlusstreffer vor dem Seitenwechsel wäre doch irgendwie auch ungut gewesen. Zumal de Ligt gestern Abend – mal wieder – ein überragendes Spiel machte. Er strahlte aus, was man ihm seit Wochen ansieht: dass er selbstbewusst ist, dass das Spiel im Zentrum der Viererkette ihm auch in München immer mehr Spaß macht. Mit dem Satz „ich bin jetzt angekommen hier“ wurde der Niederländer ja schon am Tag vor dem Prestigeduell mit dem FC Barcelona zitiert, er fügte hinzu: „Bayern ist ein sehr großer Verein mit sehr vielen großen Spielern und viel Geschichte. Ich bin sehr froh, Spieler von Bayern München zu sein.“
Dass das auf Gegenseitigkeit beruht, weiß man nicht erst seit gestern. „Es war die absolut richtige Entscheidung von uns, ihn zu holen“, sagte Trainer Julian Nagelsmann in Barcelona. Und es war auch die richtige Entscheidung, stolze 67 Millionen Euro an Juventus Turin zu bezahlen und den Verteidiger mit einem Fünfjahresvertrag auszustatten. De Ligt absolvierte bereits 16 Saisonspiele und stand nun 13 Mal in der Startelf.
„Er spielt sehr gut, sehr reif“, sagte Nagelsmann und lobte die „erwachsene Spielweise“ seines Abwehrchefs. Die hat er sich erarbeiten müssen, denn er gab zu: „Anfangs war es für mich ein bisschen schwierig.“ Davon ist inzwischen nichts mehr zu sehen. Man freut sich auf weitere Dienstreisen von und mit de Ligt. hlr