Bühne frei für die Handball-Frauen!

von Redaktion

Wer ist Favorit und was kann Deutschland reißen? Fragen und Antworten zur Europameisterschaft

München – Um der Fußball-WM aus dem Weg zu gehen, findet die Handball-Europameisterschaft der Frauen diesmal schon im November statt. Bei der 15. Auflage des Turniers vom 4. bis zum 20. November kämpfen in Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro 16 Teams um den Titel. Es ist die erste Frauen-EM, die in drei Ländern ausgetragen wird. Das deutsche Team bestreitet seine drei Vorrundenspiele in Podgorica. Titelverteidiger ist Rekordsieger Norwegen.

Wie ist der Modus?

Die EM-Vorrunde wird in vier Gruppen mit je vier Mannschaften gespielt. Die ersten drei Teams jeder Gruppe erreichen die Hauptrunde, in der in zwei Gruppen (Gruppe 1 in Ljubljana, mögliche deutsche Gruppe 2 in Skopje) mit jeweils sechs Mannschaften die Halbfinalisten ermittelt werden. Jede Mannschaft nimmt die in der Vorrunde gewonnenen Punkte gegen die Hauptrundengegner mit. Die beiden ersten Teams der beiden Hauptrundengruppen ermitteln im Halbfinale die Endspiel-Teilnehmer. Die jeweils drittplatzierten Teams aus den Gruppen spielen Platz fünf aus. Alle Finalspiele finden im slowenischen Ljubljana statt. Wer ist Favorit?

Topfavorit ist Welt- und Europameister Norwegen, der allein sieben der letzten neun EM-Titel abgeräumt hat. Aber auch Olympiasieger Frankreich – zuletzt bei EM und WM zwei Mal im Finale unterlegen – drängt nach dem Titelcoup bei der EM 2018 zurück auf den kontinentalen Handball-Thron. Dahinter werden Teams wie 2019-Weltmeister Niederlande und Dänemark sowie Spanien gehandelt. Und das deutsche Team?

War in der Vorbereitung, als es in der Öffentlichkeit weit mehr um die massiven Vorwürfe psychischer Gewalt im Frauen-Handball als um das Sportliche ging, ziemlich abgelenkt. Nachdem der Verband auch auf Druck seiner Spielerinnen aber eine unabhängige Expertenkommission ins Leben gerufen hat, die „Impulse für eine verbesserte Prävention geben“ soll, gilt der volle Fokus nun dem Turnier. Und trotz der großen Unruhe im Vorfeld scheint diesmal vieles möglich. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf Bundestrainer Markus Gaugisch, der dem DHB-Team die Siegermentalität von European-League-Sieger Bietigheim einimpfen soll. Unter Vorgänger Henk Groener, der im April abgelöst wurde, war die deutsche Mannschaft oft nah dran an den Medaillenspielen – unter Gaugisch und mit einer besonderen Motivationsspritze soll dieser Schritt nun gelingen.

Wie sieht die besondere Motivationsspritze aus?

Klotzen statt kleckern hat sich der Deutsche Handballbund (DHB) gedacht und für die bevorstehende EM der Frauen wie zuletzt bei den Männern 250 000 Euro an Prämien für einen möglichen Titelgewinn ausgelobt. Was zum einen ein riesiger Motivationsschub für die Mannschaft sein dürfte, ist auf dem Weg zum Equal Pay auch ein „starkes Signal für den Frauensport“ (Emily Bölk und Alina Grijseels).

Werden die deutschen Spiele im Free-TV gezeigt?

Nein, aber im Netz. Der Online-Sportsender Sportdeutschland.tv zeigt sämtliche EM-Partien exklusiv, live und frei zugänglich. Darunter natürlich auch alle deutschen Spiele, beginnend mit den Vorrundenspielen gegen Polen (5. November/20.30 Uhr), Montenegro (7. November/18.00) und Spanien (9. November/20.30).  sid

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