„Super, ihn so zu sehen“

von Redaktion

Sechs Spiele, sieben Tore, ein Tänzchen: Choupo-Moting besticht

München – Alphonso Davies weiß, was ankommt, und er weiß auch, auf wen er sich verlassen kann. Wenn der Kanadier in der Kabine des FC Bayern als DJ fungiert, kann auch Eric Maxim Choupo-Moting die Füße nicht mehr stillhalten. „Musik mit Afro Beat“ wird vom Verteidiger gerne aufgelegt – und wie heiß es in den verborgenen Katakomben dann zugeht, durften 75 000 Zuschauer am Dienstag in der Allianz Arena beobachten. Davies bat den Torschützen Choupo-Moting nach seinem Treffer in der 72. Minute auf dem Rasen zum Tänzchen. Es war eine sehenswerte Vorstellung.

Derart nette Szenen ereignen sich freilich besonders dann, wenn es ohnehin läuft. Und weil Choupo-Moting halt seit knapp drei Wochen – und auch beim 2:0 gegen Inter Mailand – trifft und trifft und trifft, darf er auch tanzen, so viel er will. „Es ist super, ihn so zu sehen. Man sieht, dass er glücklich ist in München“, sagte Hasan Salihamidzic mit Blick auf die Bilanz von nunmehr sieben Treffern in sechs Spielen. Die Wiederentdeckung des Stoßstürmers hat die Bayern aus der Mini-Krise befreit, in der Champions League auf Kurs gehalten und in der Liga bis auf einen Punkt an Union Berlin heranrücken lassen. „Er kann genau das, was wir gerade brauchen“, führte der Sportvorstand treffend aus.

Dass es in seiner Funktion nicht nur darum geht, im Strafraum auf Bälle zu warten, hatte Choupo-Moting gegen Mailand mal wieder bewiesen. Schon in den 71 Minuten vor seinem Tor zum 2:0-Endstand hatte der Kameruner geackert, um Bälle gekämpft und Chancen gehabt. Bei seinem Abschluss aus rund 20 Metern dachte er dann mal nur an sich. „Ich habe mir ein Herz gefasst – ein geiles Tor“, sagte er selbst stolz, während er in der Hand die „Man of the match“-Trophäe der UEFA hielt.

Hätte der 33-Jährige bei seinem Fallrückzieher kurz vorher nicht im Abseits gestanden, wäre ein Treffer hinzugekommen. Aber auch die jetzige Bilanz lässt Hochrechnungen für den Liga-Endspurt zu. Geht es weiter wie gewohnt, trifft Choupo-Moting in den verbleibenden drei Spielen drei bis vier Mal. „Angst und bange“ wird Salihamidzic dabei „auf keinen Fall“. Im Gegenteil: Er hofft, dass der Stürmer bald den Spitzenreiter-Tanz auspackt. Im Afro-Beat. hlr, pk

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