Wenigstens der Trostpreis

von Redaktion

Leverkusen hat sich in die Europa League gerettet – doch es wartet noch viel Arbeit

Leverkusen – Zumindest Fernando Carro hatte gute Laune und blickte mit Vorfreude auf den mit Mühe und Not ergatterten Trostpreis Europa League. „Wir freuen uns schon auf die Auslosung und ein schönes Sechzehntelfinale“, sagte der Boss von Bayer Leverkusen nach der miserablen Vorstellung seiner Mannschaft beim 0:0 im vorerst letzten Königsklassen-Auftritt gegen den FC Brügge: „Da sind ja schon einige Top-Vereine, die Zweiter werden können in der Europa League.“

In der Tat, hochklassige Gegner à la Manchester United winken der kriselnden Werkself nach einer völlig verkorksten Gruppenphase in der Champions League, die nur dank gütiger Schützenhilfe des FC Porto mit dem Überwintern im „kleinen“ Europapokal endete. In Wahrheit dürfte den Leverkusenern nach dem Spiel in der ausverkauften BayArena vor dem so wichtigen Hinrunden-Endspurt in der Bundesliga angst und bange werden.

Vor allem was die Offensive angeht: Zum vierten Mal in sechs Vorrundenspielen blieb Bayer ohne Tor. Die Leverkusener traten gegen den alles andere als stark aufspielenden belgischen Meister müde und uninspiriert auf. Am Ende standen im über weite Strecken tempoarmen Spiel lediglich zwei nennenswerte Chancen für die Werkself durch Patrik Schick und den enttäuschenden Moussa Diaby.

Von einem Mutmacher oder gar einem Wendepunkt in der bislang völlig verkorksten Saison konnte beim Bundesliga-16. nicht die Rede sein. Es sei zwar phasenweise guter Fußball zu sehen gewesen, meinte Mittelfeldmotor Robert Andrich, „aber nicht so, dass man sagt: Wir haben hier genug Chancen gehabt, um hier klar zu gewinnen. In den Räumen genau zu spielen, das fehlt uns häufig, um gefährlich zu werden.“

Resignieren wollen die hochveranlagten Rheinländer in dieser misslichen Lage aber keineswegs. „Es geht immer darum, dass du alles raushaust, dass du machst, dass du tust. Das sieht man in den letzten Spielen bei der Mannschaft. Dann erarbeiten wir uns auch wieder das Glück“, meinte Andrich. Sportdirektor Simon Rolfes ergänzte: „Wir haben uns das erarbeitet. Das müssen wir in der Bundesliga weitermachen. Das ist noch ein harter Weg, aber so müssen wir geschlossen als Mannschaft da raus.“

Einfacher werden die Aufgaben für den bisher so glücklosen Trainer Xabi Alonso, der erst eines von sieben Pflichtspielen gewann, nicht. Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) ist Tabellenführer Union Berlin zu Gast unterm Bayerkreuz. Es folgt das Derby beim 1. FC Köln und der Jahresabschluss daheim gegen den VfB Stuttgart.

Das Ziel formulierte Kapitän Lukas Hradecky klar: „Jetzt haben wir noch drei Spiele bis zur WM-Pause, und da wollen wir jetzt noch so viele Punkte wie möglich holen.“  sid

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