Freiburg – Es hätte alles so schön sein können. Noch am Mittag hatte die Mannschaft des TSV 1860 ihrem Trainer Michael Köllner (52) mit einer Torte zum dreijährigen Jubiläum als Löwen-Dompteur überrascht, am Mittwochabend sollte mit einem Sieg das Präsent auf dem Platz folgen. Doch nichts war es mit einem Dreier, stattdessen verloren die Löwen mit 0:2 an der Dreisam – und damit die dritte Partie in Folge. Ein neuer Negativ-Rekord unter Köllner als Geschenk.
Dabei hatte zumindest die Bilanz gegen den Gegner aus dem Breisgau gestimmt. Zwei Siege aus zwei Spielen beinhaltete diese; darunter der 6:0-Heimsieg gegen die „kleinen“ Freiburger aus dem Oktober letzten Jahres, dem die Löwen im April einen 2:1-Auswärtserfolg folgen ließen. Und doch: „Wir müssen uns hundertprozentig reinschmeißen“, hatte Löwen-Trainer Michael Köllner (52) vor der Partie in weiser Voraussicht angekündigt. Um bei der „Top-Mannschaft“ Freiburg etwas mitzunehmen brauche es vor allem „Leidenschaft und Einsatz“, so der Übungsleiter.
Leidenschaft, Einsatz und allem Anschein nach eine Menge frischer Beine. Im Vergleich zur zweiten 0:1-Niederlage in Folge am vergangenen Sonntag gegen Saarbrücken veränderte Köllner seine Mannschaft auf gleich sechs Positionen. Unter anderem rutschte für Leandro Morgalla (18), der sich gegen den FCS eine Prellung am Schienbein zugezogen hatte, Semi Belkahia (23) in die Innenverteidigung, eine Reihe weiter vorn setzte der Coach auf Erik Tallig (22) und Joseph Boyamba (26). Ganz vorne die größte Überraschung: Marcel Bär nahm vorerst auf der Bank Platz, stattdessen sollte Fynn Lakenmacher (19) auf Torejagd gehen.
Doch zurück zu den Geschenken: Die machten die Löwen von Beginn an weniger dem eigenen Trainer, sondern vielmehr dem Gegner. Die gesamte Mannschaft ging nur halbherzig in die Zweikämpfe, unter ihnen auch Phillipp Steinhart (30) und Tallig, und so hatte Freiburgs Lars Kehl (20) schon in der 5. Minute freie Bahn. Aus guten 20 Metern traf ins linke Kreuzeck.
Eine Reaktion der Löwen blieb aus. Nach vorne war das Team „sehr harmlos“ (Köllner), nach hinten war die Not mitunter groß. Und so „konnten wir froh sein, dass wir nach der ersten Halbzeit nur 1:0 hinten lagen“, sollte Jesper Verlaat (26) später einräumen. Nach Wiederanpfiff ein ähnliches Bild, auch wenn die nun eingewechselten Marcel Bär (30), Albion Vrenezi (28) und Christopher Lannert (22) kurzzeitig für mehr Selbstbewusstsein bei 1860 sorgten. Doch schon wenig später erhöhte Freiburg durch Mika Joel Baur (18) auf 2:0. Anders als im Löwen-Fanblock war das Feuer auf dem Feld nun erloschen.
Am Ende blieb es dabei: Die Niederlagen-Serie der Löwen wuchs. „Eine komplett andere Situation, wie noch zu Saisonbeginn, wo wir fünfmal hintereinander gewonnen haben“, stellte Verlaat fest. „Das wird jetzt erst mal eine Scheiß-Busfahrt.“ Und dann, am Montag (19 Uhr) gegen Essen? „Da geht es nur über Zweikämpfe. Wie die Fans gesungen haben: Sie wollen uns kämpfen sehen. Und das ist jetzt die Priorität.“ Der Aufstiegsplatz jedenfalls ist vorerst passé. „Eine Top-Konstellation, die haben wir mit den drei Niederlagen weggeworfen haben“, so Köllner. Aber: „Wir werden am Montag wieder angreifen.“ Als Geschenk an die Fans sozusagen.