Mit dickem Preisschild nach Katar

von Redaktion

Musiala ist als erster Spieler des FC Bayern 100 Millionen Euro wert – Tendenz steigend: „Ich lerne in jedem Spiel“

München – Die Nominierung konnte Jamal Musiala sich gestern entspannt ansehen. Denn einen besseren Prototypen für einen Bilderbuch-Nationalspieler gibt es eigentlich nicht. 19 Jahre jung, Stammspieler beim FC Bayern, drittbester Scorer der Bundesliga, dazu lernwillig, scharfsinnig, klar im Kopf. Läuft alles nach Plan, soll die WM in Katar das Turnier von Jamal Musiala werden. Schon die Anreise aber tritt er mit einem dicken Preisschild an: Seit Donnerstag beläuft sich der Marktwert des Offensivspielers auf 100 Mio. Euro.

Nur sieben weitere Spieler der Welt sind mit einer vergleichbaren Summe behaftet, unter ihnen neben den Spitzenreitern Erling Haaland (170), Kylian Mbappé (160) und Vinicius Junior (120) nun auch Dortmunds Jude Bellingham, der wie sein Kumpel Musiala auf 100 Millionen Euro gestuft wurde. Die Entwicklung der beiden einstigen Zimmer-Kollegen mit britischem Pass läuft parallel – und parallel gut. Bellingham führt den BVB seit Wochen als Leader an, Musiala ist eine feste Größe im Bayern-Spiel. Mit neun Treffern und vier Assists wird er zudem als drittbester Scorer der Bundesliga gelistet.

„Ich bin in einer guten Position, um Tore zu schießen und versuche immer, so effektiv wie möglich zu sein“, sagte Musiala nach dem 6:1 des FC Bayern gegen Werder Bremen, bei dem er – natürlich! – getroffen hatte. Vor dem 1:0 hatte er Platz, handelte aber überlegt. Er schlug einen Haken, legte sich den Ball auf seinen starken rechten Fuß und schloss ab. Ganz locker, cool, abgeklärt – mit Lerneffekt aus der Woche zuvor: „Ich hatte dieselbe Situation im letzten Spiel und weiß jetzt, dass ich vorne ruhig bleiben muss.“

Musialas Werte sind schon jetzt, nach 14 Spieltagen, besser als am Ende jeder anderen Spielzeit. In elf Bundesliga-Partien stand Er in der Startelf, Tendenz: er wird immer besser. Die vielen Einsätze geben ihm Sicherheit, „ich lerne in jedem Spiel, werde immer ruhiger und fühle mich immer wohler auf dem Platz“, sagte er sechs Tage, bevor er am Montag mit dem DFB-Tross auf WM-Mission geht. Schon jetzt ist er der torgefährlichste Mittelfeldspieler weltweit.

Die größte Bühne der Welt könnte die Summe auf seinem Preisschild noch steigen lassen. Für die Bayern sind allerdings die 100 Millionen Euro schon ein Novum: Noch nie war einer ihrer Spieler mehr wert.   H.RAIF, P. KESSLER

Artikel 1 von 11