KATAR/IRAN

Blatter fordert Ausschluss, Spanier inhaftiert

von Redaktion

Zu Fuß zur WM nach Katar? Der spanische Fan Santiago Sánchez Cogedor machte sich am 8. Januar vom Madrider Vorort Alcalá de Henares auf zum Emirat, dokumentierte daraufhin via Instagram neun Monate lang seinen Trip durch Europa und Asien – bis sich seine Spur nach seinem letzten Post kurz vor der iranischen Grenze am 1. Oktober verlor. Mittlerweile ist klar: Der 40-Jährige wurde im Iran inhaftiert. Laut dem iranischen TV-Sender Iran International soll er am 2. Oktober verhaftet worden sein, als er das Grab von Mahsa Amini besuchte. Der Tod der 22-jährigen Frau, die aufgrund des Falschtragens ihres Kopftuchs verhaftet wurden und daraufhin im Gefängnis gestorben war, hatte im Iran zu einer Serie von Protesten und Revolten geführt.

Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (86) hat wegen der anhaltenden Unterdrückung von Frauen ein WM-Aus des Iran gefordert. „Man sollte den Iran von der WM ausschließen“, sagte der Schweizer im Rahmen eines Denkwerkstatt-Talks in Zürich. Wäre er selbst noch FIFA-Präsident, so Blatter, hätte er den Iran ausgeschlossen. Allerdings gab es auch schon zu Blatters Zeiten an der FIFA-Spitze Proteste im Iran, damals schritt der Weltverband nicht ein.

Und der spanische Läufer Cogedor? Seine Mutter Celia Cogedor meinte beim spanischen Fernsehsender Trece: „Das Außenministerium hat uns bestätigt, dass er im Iran inhaftiert ist und dass es ihm gut geht.“ Die spanische Botschaft in Teheran unternehme „die notwendigen Schritte“, um „bei den iranischen Behörden eine Genehmigung zu beantragen, damit wir ihn besuchen können“.  lop

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