Berlin/Skopje – Deutschlands Handballerinnen tanzten wild umher und reckten freudestrahlend die Arme in die Höhe. Nach dem erlösenden 36:28 (17:13) gegen 2019er-Weltmeister Niederlande träumt das eigentlich schon abgeschriebene Team von Bundestrainer Markus Gaugisch wieder vom EM-Halbfinale – für das die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) allerdings weiter ein kleines Wunder benötigt.
„Das war wichtig für die Mannschaft“, sagte Gaugisch sichtlich erlöst: „Das ist eine Belohnung für das, was wir investiert haben. Da waren viele Dinge dabei, die mit einer klaren Birne gekennzeichnet waren. Das war richtig stark.“ Luisa Schulze fügte breit grinsend hinzu: „Wir wollten von Null starten. Jetzt ist wieder alles offen.“
Die DHB-Auswahl war nach der enttäuschenden Vorrunde kaum wiederzuerkennen. Mit einer kämpferischen Leistung wendeten Kapitänin Alina Grijseels, die mit acht Treffern beste Schützin war, und Co. im ersten Hauptrundenspiel das vorzeitige Aus ab, nun ist sogar das Weiterkommen möglich.
Mit 2:4 Punkten braucht die DHB-Auswahl aus den abschließenden Partien gegen Olympiasieger Frankreich am Dienstag (20.30 Uhr) und Rumänien am Mittwoch (15.30 Uhr/beide Sportdeutschland.tv) möglichst zwei Siege, um eine Chance auf das Halbfinale zu haben.
Nur die ersten beiden Teams der Sechsergruppe ziehen ins Halbfinale ein. Trotz aller Euphorie droht aber weiterhin die schlechteste Platzierung bei einem großen Turnier seit dem 13. Rang bei der EM vor zwölf Jahren. sid