Schumacher bald Mercedes-Ersatz?

von Redaktion

Seine Formel-1-Zukunft ist weiter offen – unverständlich für AlphaTauri-Teamchef Franz Tost

VON RALF BACH

Sao Paolo – Mick Schumacher (23) lächelt den zum wiederholten Mal verschobenen Countdown einfach weg. Noch immer weiß der deutsche Formel-1-Star nicht, wie es 2023 für ihn weitergeht. Trotzdem zeigt er sich im Fahrerlager von Interlagos vorm Großen Preis von Brasilien gut gelaunt.

Womöglich liegt das auch daran, dass sich zumindest ein Plan B aufgetan hat, falls sein Rennstall nicht mit ihm verlängert. Wie das Magazin „auto, motor und sport“ berichtet, könnte er Ersatzfahrer bei Mercedes werden. Allerdings ist diese Option von der Entscheidung eines Kollegen abhängig. Denn auch der bisherige McClaren-Fahrer Daniel Ricciardo verliert sein Cockpit. Neben Mercedes soll allerdings auch Redbull an einem Engagement des Australiers in der zweiten Reihe nachdenken.

Die Empfehlung Bernie Ecclestones, sich lieber ein Betätigungsfeld außerhalb der Formel 1 suchen, wischte Schumacher trotz allem selbstbewusst zur Seite. „Es ist schwierig, die Formel 1 zu vergessen, weil ich diesen Sport liebe. Und deshalb werde ich das auch nicht tun“ kontert der Sohn von Michael Schumacher.

Das kann er auch, denn neben seinem Chefkritiker, Haas-Teamboss Günther Steiner – der angesprochen auf die lange Entscheidungszeit jüngst gemeint hatte, er sei sehr beschäftigt –, hat er viele Unterstützer. Einer davon ist AlphaTauri-Teamchef Franz Tost, der als Boss des Red Bull-Nachwuchsteams ein Auge für Talente hat. Tost sagte zu unserer Zeitung: „Mick hat bis jetzt eine sehr, sehr gute Leistung gezeigt. Er hat sich stetig weiterentwickelt. Und es wäre schade, wenn er in diesem wichtigen dritten Jahr nicht mehr dabei wäre. Ich würde ihn sofort weiter verpflichten!“

Dabei denkt der 66-jährige Österreicher nicht nur an die Formel 1, der der Name Schumacher mindestens ein Jahr lang fehlen würde. Er sieht das auch als schweren Rückschlag für Mick Schumacher. „Ich sage ja immer, dass ein Fahrer drei Jahre braucht, bis er weiß, wo es in der Formel 1 wirklich langgeht“, erklärt Tost. „Das heißt, 2023 wird für Mick entscheidend.“

Um Argumente für einen Verbleib bei Haas zu sammeln, wird es Schumacher am Samstag nicht leicht haben: in einem turbulenten Qualifying für das Sprintrennen (20.30 Uhr) landete er auf dem letzten Platz – sein Teamkollege Kevin Magnussen eroberte die Pole Position.

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