Choupo-Moting besser als Lewandowski

von Redaktion

Quote des wiederentdeckten Stürmers besticht – nach Treffer auf Schalke ruft die WM

Gelsenkirchen – Dass der Name genannt werden würde, konnte niemanden überraschen, denn das passiert ja nach jedem Spiel. Nur dass die Frage diesmal andersherum gestellt wurde als sonst, machte die Sache kurios. Da stand also Eric Maxim Choupo-Moting auf dem Rasen der Schalker Arena, versuchte, sein Gegenüber zu verstehen – aber er hatte schon richtig gehört. Nach dem 2:0 gegen seinen Ex-Verein, zu dem er natürlich einen Treffer beigesteuert hatte, ist seine aktuelle Quote besser als jene seines prominenten Vorgängers im Bayern-Sturm: Robert Lewandowski netzt im Schnitt alle 84 Minuten ein, Choupo-Moting alle 76.

Die Antwort hielt der 33-Jährige diplomatisch. „Lewandowski hat seinen Stempel hinterlassen. Aber das beschäftigt uns alle nicht“, sagte er – und hat ja recht. Wenn es läuft wie in den letzten Wochen, in denen er mit neun Toren einen exorbitant großen Anteil an den zehn Pflichtspiel-Seriensiegen der Bayern hatte, spielt der Verlust des Polen keine Rolle. Es passte nur zu gut, dass Choupo-Moting zum Abschluss seiner bisher stärksten Phase im Bayern-Trikot auch endlich ein Treffer gegen seinen Ex-Club gelang, der erste.

„Er hat eine gute Technik in der Box, ist torgefährlich“, sagte Kapitän Manuel Neuer und schob hinterher, was im spektakulären Bayern-Herbst offensichtlich war: „Er ist Gold wert.“ Dass der Kameruner sich in München wohlfühlt, seine Rolle als Stammspieler mehr als genießt, sieht man in jeder Spielminute. Seinen in Gelsenkirchen geäußerten Satz – „ich bin happy, wo ich bin“ – darf man so interpretieren, dass eine Verlängerung des 2023 auslaufenden Vertrages in seinem Sinne ist. Anders als Sven Ulreich (bis 2024) und Josip Stanisic (bis 2026), die unter der Woche unterschrieben, will Choupo-Moting aber erst die WM spielen –während Hasan Salihamidzic die Zeit nutzt, um „eine Lösung zu finden“.

Der Sportvorstand schob hinterher: „Wir brauchen ihn und sind froh, dass er da ist und hoffentlich bei uns bleiben will.“ Worte, die man auch über Lewandowski mal gehört hat. Lang ist’s her.  hlr

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