München – Ganz München im Football-Fieber. Doch einen Münchner erreichen wir am Wochenende über 6000 Kilometer entfernt. David Bada (27) hat bei den Washington Commander einen sogenannten „Future Contract“ und darf weiter auf seinen ersten Einsatz in der NFL hoffen.
David Bada, was haben Sie vom NFL-Hype in München mitbekommen?
Die ganzen wichtigen Leute der NFL sind in München. Es ist unglaublich, was in der Stadt abgeht. Meine Freunde und meine Familie haben mir die ganze Woche über Videos geschickt. Tausende Fans mit Football-Trikots in der U-Bahn, das ist der Wahnsinn. Es ist wie ein Football-Oktoberfest.
Werden Sie von den Teamkameraden auch auf München angesprochen?
Jeder fragt nach, was denn gerade in Deutschland los ist und wieso sich dort so viele für den Sport interessieren. Viele haben Mitleid mit mir, dass ich in meiner Heimatstadt nicht spielen kann. Aber ich sage ihnen immer: Eines Tages wird es so weit sein!
Sind Sie traurig, dass Sie nicht in München sein konnten?
Ich bin so fokussiert auf das Training. Natürlich wäre es cool gewesen, in München zu sein. Aber ich bin so froh, dass ich hier in Washington eine Chance erhalte. Ich lebe meinen Traum und gebe alles dafür.
Was bedeutet das München-Spiel für Football in Deutschland?
Das wird Football hier noch mal größer machen, absolut. Auch die Letzten, die nicht an Football geglaubt haben, sehen jetzt, wie cool der Sport ist und was ihn auszeichnet.
Wie sieht Ihre Situation aktuell aus?
Ich bin immer noch im Programm für internationale Spieler. Football ist so vielschichtig, du brauchst so viele Fähigkeiten, ich bin immer noch zum Lernen hier. In der professionellen Umgebung mit den Coaches verbesserst du dich jeden Tag. Mittwochs wird immer der neue Gegner vorgestellt. In einem Meeting werden uns die Stärken und Schwächen vorgestellt. Wir haben meist jeden Tag zwei Einheiten, wir studieren Spielzüge ein und machen dann noch Krafttraining. Aktuell stehe ich bei 153 Kilogramm, ein paar Kilo purzeln aber auch nächste Woche wieder (lacht). Ich bin körperlich in einer guten Verfassung und bereit zu spielen.
Welche Rückmeldung erhalten Sie von den Trainern?
Sie glauben an mich, die Zusammenarbeit macht viel Spaß. Die Trainer geben mir aber natürlich auch keine Versprechungen, die sie nicht einhalten können. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich in dieser Saison meinen ersten Einsatz habe. Die Trainer sagen auch, dass ich auf einem guten Weg bin. Aber es ist die NFL, hier kann sich jede Woche alles ändern. Wenn sie mich brauchen, bin ich immer bereit. Wenn nicht, gebe ich weiter im Training Gas und beweise mich.
Interview: Nico-Marius Schmitz