Und dann war er da. Der erste Touchdown eines regulären Saisonspiels der National Football League in Deutschland. 69 000 Fans feierten um kurz nach 16 Uhr in der Allianz Arena. Spätestens da war der Football endgültig in München angekommen.
Die NFL hat für eine Woche das Münchner Stadtbild geprägt. Die riesigen Helme am Odeonsplatz, zahlreiche Fan-Feste und dekorierte Gaststätten in der Innenstadt. Und die Liga ist gekommen, um zu bleiben. Zunächst sind vier Spiele in vier Jahren vereinbart worden. Doch Roger Goodell, der Boss der NFL, sagte am Samstag bei einem Fan-Event im Bayerischen Hof: „Es würde mich nicht überraschen, wenn es bald über die bisher geplanten Spiele hinausgehen würde.“
Es gibt bereits jetzt Gerüchte, dass Deutschland nächstes Jahr ein zweites NFL-Spiel bekommt, da das Atztekenstadion in Mexiko für die Weltmeisterschaft renoviert wird und daher nicht zur Verfügung steht. Bestätigen wollte die NFL das noch nicht. Aber eins ist klar: Deutschland wird für den Wachstum weiter eine große Rolle spielen.
Über drei Millionen „begeisterte Fans“ gibt es hierzulande, über 17 Millionen „Gelegenheitsfans“, das jedenfalls ergab eine Analyse der NFL. Jeder Dritte der 14-49-Jährigen soll im vergangenen Jahr mindestens einmal im TV mit Football in Kontakt gekommen sein. Nur der Fußball weist eine noch bessere Quote auf.
München hat sicherlich nichts gegen noch mehr Football-Spektakel. Der Erbpachtvertrag sieht eigentlich vor, dass in der Allianz Arena nur Fußballspiele ausgetragen werden dürfen. Das wurde für die NFL aufgehoben. Die bayerische Landeshauptstadt erwartet einen touristisch bedingten Umsatz von rund 30 Millionen.
Die Marketing-Maschinerie aus den USA wird Deutschland weiter erobern. Noch mehr soll in den kontaktfreien Flag Football investiert werden, der Kinder bereits an Schulen für den Sport begeistern soll. Mit einem Umsatz von 17 Milliarden Dollar hat die NFL quasi unbegrenzte Möglichkeit, um die Popularität weiter voranzutreiben.
Möglichkeiten, von denen die deutsche Handball- oder Basketball-Liga nur träumen kann. Die Zukunft wird zeigen, ob Football die etablierten Sportarten als Nummer zwei hinter König Fußball ablösen kann. „Wir hatten das Gefühl, dass die NFL hier sehr erfolgreich sein kann“, sagte Goodell: „Und ich glaube, wir hatten recht.“
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