Al-Shamal – Schweißtreibende Einheiten, taktische Schulungen und eine immer größer werdende Anspannung – der Countdown vor dem WM-Start gegen den viermaligen Asienmeister Japan am Mittwoch (14.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) tickt. „Es geht ums Ganze“, beschrieb Gnabry die prickelnde Stimmung in der DFB-Wüstenoase am nördlichsten Zipfel Katars. „Das wichtigste Spiel ist das erste“, unterstrich Kapitän Manuel Neuer, „wir müssen alles reinhauen, um in einen Flow zu kommen.“
Daher hat Hansi Flick die Zügel auch ohne den erkrankten Niclas Füllkrug merklich angezogen und war bei den intensiven Übungseinheiten mit den zuvor verletzten Thomas Müller und Antonio Rüdiger im roten Glutofen richtig „on fire“. „Mehr Tempo“, forderte der Bundestrainer lautstark für die Passübungen bei brütender Hitze von seinen „Wüstensöhnen“ und trieb sie mit seinem „Komm, komm, komm“ immer wieder an. Seine Spieler sollen schließlich „bereit sein“.
Der viermalige Weltmeister hat endgültig in den Turniermodus geschaltet, der Kampf um die noch drei, vier offenen Plätze in der Startelf spitzt sich zu. „Alle“, betonte Gnabry, „wollen spielen“. Flick ließ Über- und Unterzahlsituationen in verschiedenen Spielformen üben, zudem stand die erste Taktikbesprechung an.
Doch die DFB-Auswahl will sich nicht nach dem Gegner richten. Man habe schließlich „völliges Vertrauen in unsere Stärken“, erklärte Thilo Kehrer. Der Defensivspieler wurde bei seinen Ausführungen in der zum Pressezentrum umfunktionierten geteilten Turnhalle von den nebenan Basketball spielenden Teamkollegen gestört, nahm dies aber mit Humor. „Die Lautsprecher funktionieren leider nicht auf der anderen Seite“, sagte der 26-Jährige, „sonst würde ich denen eine Ansage machen.“
Die Stimmung ist bestens, dazu trug auch die „kalorienarme“ Torte von „Meisterkoch“ Anton Schmaus und das Ständchen für Geburtstagskind Youssoufa Moukoko (18) bei. Die Umstellung auf die neue Klima- und Zeitzone soll kein Hindernis sein. „Wir versuchen, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen, um uns zu akklimatisieren“, sagte Kehrer. So wollten die DFB-Stars auch das Eröffnungsspiel auf der großen Leinwand im Basecamp unter freiem Himmel verfolgen.
Kleine Sorgen bereitet Füllkrug. Der einzige Torschütze bei der dürftigen Generalprobe im Oman hat sich einen grippalen Infekt eingefangen. „Ich denke, die Zeit reicht, dass er zum Spieltag bereit ist“, gab DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff leichte Entwarnung.
Bei der Einheit am Sonntagnachmittag stand er dann schon wieder auf dem Platz. Auch Müller und Rüdiger mischten wieder planmäßig mit. sid