Gareth Southgate hatte es kommen sehen. „Ich weiß, dass es viele Nebengeräusche geben wird“, sagte Englands Teammanager nach der faden Nullnummer gegen die USA – und sollte recht behalten. Der WM-Euphorie der mitreißenden Torgala zum Auftakt gegen Iran (6:2) folgte ein Stimmungskiller. Vom Titel sprach auf der Insel jedenfalls keiner mehr. „Die Vorstellung erinnerte eher an eine Abkühlung am Strand als an das zweite Spiel einer Weltmeisterschaft“, schrieb der Daily Telegraph und sah in dem Auftritt der Three Lions „eine grausige Rückkehr zu den alten Klageliedern der englischen Gruppenphase“. Daily Mail kommentierte: „Das Achtelfinale sollte in trockenen Tüchern sein, aber das war eine äußerst enttäuschende Leistung.“ Und der Guardian sah „eine englische Mannschaft, die sich tapfer gegen die Grundidee dieser Weltmeisterschaft als Unterhaltungsprodukt stellte“. Southgate und sein Team blieben jedoch ziemlich entspannt – und hatten allen Grund dazu. England führt die Tabelle der Gruppe B mit vier Punkten an, die Statistik-Gurus von Gracenote bezifferten die Chancen auf ein Weiterkommen auf 99,6 Prozent. In der „Battle of Britain“ gegen Wales darf sich die Elf um Kapitän Harry Kane sogar eine Niederlage mit drei Toren erlauben und stünde im Achtelfinale. Wales steht momentan bei einem Punkt, die USA (zwei Zähler) bekommen es am Dienstag mit Iran (drei) zu tun.