München – Vladimir Lucic hatte Spaß an diesem Nachmittag im Audi Dome. Der Kapitän der Basketballer des FC Bayern saß feixend auf seinem Platz hinter dem Korb. Er konnte sich die gute Laune auch gut leisten. Weil seine Kollegen auch ohne den pausierenden Chef, abgesehen von einer kurzen Schwächephase im Schlussviertel, kaum in Gefahr geraten waren. Am Ende stand ein 83:73 (49:34) gegen die Würzburg Baskets. Ein Sieg, mit dem die Bayern ganz nebenbei an die Tabellenspitze kletterten. Doch Lucic war schon zur Pause zufrieden: „Wir spielen gut“, sagte er, „wir sind auf einem guten Weg.“
In der Tat vermitteln die Münchner den Eindruck, dass sie ihrem vielleicht größten Ziel dieser Saison zumindest ein gehöriges Stück näher gekommen ist. Der Spagat zwischen den aufreibenden Touren in Europa und dem nationalen Geschäft klappt immer besser. Und mit verantwortlich sind tatsächlich genau die Spieler, die Saisonbeginn noch gar nicht mitmachen konnten. Allen voran NBA-Rückkehrer Isaac Bonga, der auch gegen Würzburg das Spiel auf beiden Feldhälften dominierte. Bonga verteidigte, holte alleine zehn Rebounds. Und Bonga traf. Gleich die ersten sechs Wurfversuche saßen – am Ende standen 18 Punkte und man kann sich zunehmend besser vorstellen, warum Manager Daniele Baiesi Bonga schon vor dem ersten Einsatz geadelt hatte: „Er kann unser Spiel völlig verändern.“
Aber genau diese Entwicklung haben die Bayern ja auch gebraucht. Das geringere Potenzial auf den „deutschen“ Positionen hatte sie vor allem in den beiden vergangenen Jahren im Vergleich mit Alba Berlin ins Hintertreffen gebracht. Man ahnt: Das könnte nun anders kommen. An diesem Wochenende war es schon mal der Dauerrivale, der bei der BG Göttingen stolperte.
Und die Bayern? Werden in dieser Woche erneut auf die Probe gestellt. Am Freitag geht es gegen Maccabi Tel Aviv – nur zwei Tage später wartet das Pokal-Viertelfinale gegen Bayreuth.