Japans saubere Kabinen
Dass Fußballer eine Kabine nach einem Spiel blitzblank hinterlassen, ist vor allem in Westeuropa sehr ungewöhnlich. Für Japaner hingegen nicht. Mehr noch, wie Nationaltrainer Hajime Moriyasu am Samstag in Al-Rajjan ausführte: „Wir sind so erzogen worden. Das ist für uns wirklich nichts Besonderes. Von Kindesbeinen an wird uns eingetrichtert, dass wir etwas sauberer hinterlassen, als wir es vorgefunden haben.“ So gesehen war es nur konsequent, dass Japans Nationalelf nach dem 2:1 im WM-Gruppenspiel gegen Deutschland am Mittwoch eine blitzeblanke Kabine hinterlassen hatte. Bilder davon waren in Europa mit riesigem Erstaunen zur Kenntnis genommen worden.
Rigobert Song
Rigobert Song ist sich über den Stellenwert seiner WM-Teilnahme bewusst. „Ich bin ein Wunder“, sagte der Nationaltrainer Kameruns. Am 2. Oktober 2016 war der damals 40-Jährige in seinem Haus nahe Yaoundé zusammengebrochen. Die Diagnose: Schlaganfall. Song wurde ins künstliche Koma versetzt, dann zu einer OP nach Paris ausgeflogen. Kurz vor Weihnachten meldete er sich in einem Interview mit der französischen Sporttageszeitung „L’Equipe“ in der Öffentlichkeit zurück. Und erklärte, er habe praktisch keine Folgeschäden. „Ich bin wirklich von weit her zurückgekommen“, sagte der einst eisenharte Verteidiger, der unter anderem für den FC Liverpool und 2001/02 ein paar Monate für den 1. FC Köln gespielt hatte. Sein Glück sei gewesen, dass ihn ein Besucher gefunden habe. „Mein Blutdruck lag bei 25. Alles in meinem Kopf explodierte“, sagte er. „Zum Glück bin ich auf die Seite gefallen und meine Zunge hing heraus.“ Sein erster Gedanke sei der an Marc-Vivien Foé gewesen. Seinen Mitspieler, der 2003 bei einem Länderspiel in Lyon auf dem Spielfeld starb. Als er aus dem Koma erwachte, wog der zu Profizeiten 76 kg schwere Song noch 60 Kilo. „Ich war in einem komischen Zustand.“ Umso mehr weiß er zu schätzen, dass er sich heute gesund und fit fühlt und sein Heimatland bei der WM in Katar betreut. „Ich sehe vieles anders als früher“, sagte er: „Ich weiß, wie schnell sich Dinge ändern können. Aber das Leben ist wunderschön.“ Sportlich hat Song seinen Traum klar geäußert. Er will mit Kamerun ins Halbfinale.