Matthäus will Müller sein Schicksal ersparen

von Redaktion

Rekordnationalspieler rät: „Voll auf den Verein konzentrieren“ – dort wartet Konkurrenzkampf mit Choupo-Moting

München – Nicht dass es auch nur ansatzweise gepasst hätte – aber dieser Tage kann Thomas Müller froh sein, Ur-Bayer und nicht Dortmunder zu sein. Denn anders als Bayern-Coach Julian Nagelsmann hatte sein BVB-Kollege Edin Terzic keine Gnade, sondern lässt seine frustrierten DFB-Stars bereits heute wieder zum Training antanzen. Schalter umlegen, abhaken, weitermachen – so der Plan.

Für Müller, seinen Körper und seinen Geist wäre all das viel zu schnell gegangen. Der 33-Jährige ist froh um die vierwöchige Pause, in denen er zwar von Nagelsmann einen Trainingsplan an die Hand bekommen hat, aber das Team nicht gemeinsam übt. Denn zusätzlich zur Frage nach dem „Warum?“ umkreist den Weltmeister von 2014 jene nach dem „Wie weiter?“. Gemeinsam mit seiner Frau Lisa wägt er ab, ob die Zeit reif ist für einen Rücktritt aus dem DFB-Team – oder er sich die Heim-EM 2024 noch einmal antun will. Geht es nach Lothar Matthäus, sollte er es lassen.

„Ich könnte Thomas nur persönlich raten, weil ich vielleicht auch zu spät aufgehört habe, sich voll auf den Verein zu konzentrieren“, schrieb der 61-Jährige in seiner Kolumne auf „Sky“. Fünf Weltmeisterschaften spielte Matthäus einst, ließ sich immer wieder zum Weitermachen überreden – und trat schließlich als viel kritisierter Buhmann nach dem Vorrunden-Aus bei der EURO 2000 zurück. Diese unnötige Extra-Runde will der Weltmeister von 1990 Müller ersparen. Er erinnerte daher ganz bewusst an die Zeit zwischen 2019 und 2021, in der Müller von Hansi Flicks Vorgänger Joachim Löw aussortiert worden war. Im Bayern-Trikot, so Matthäus, habe er da „seine beste Zeit“ gehabt.

In der Tat haben die regelmäßigen Pausen zwischen den anstrengenden Englischen Wochen Müller gutgetan. Denn dass auch sein Körper älter wird, hat er nun in der WM-Vorbereitung spüren müssen, in der ihn muskuläre Probleme, eine Corona-Erkrankung und diverse Infekte ausbremsten. Die Bayern haben in diesen Wochen eindrucksvoll bewiesen, dass ihnen für die Zeit nach Müller nicht bange sein muss. So gut sogar, dass Nagelsmann für die Rückrunde mit Jamal Musiala als Stammbesetzung auf der Zehn plant – und Müller sich um einen Platz im Sturm bewerben muss. Sein neuer Konkurrent: Eric Maxim Choupo-Moting. Voller Fokus auf den Verein wäre also wohl hilfreich. HANNA RAIF

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