Ginge es nach einer Mehrheit der Fans, dann wäre Dejan Lovren bei dieser WM gar nicht dabei. In einer Umfrage des Portals Index.hr sprachen sich knapp 60 Prozent vor dem Turnier dafür aus, dass Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic auf Spieler verzichtet, die noch immer in Russland unter Vertrag stehen. Lovren spielt nicht nur für Zenit St. Petersburg, er ist sogar Kapitän des neunmaligen Meisters.
Er spricht von einem „Dilemma“. Er habe „lange darüber nachgedacht“, ob er Russland nach dem im Februar begonnenen Angriffskrieg auf die Ukraine verlassen solle. Nach einem Gespräch mit Dalic stand sein Entschluss fest. „Ich denke, es war die richtige Entscheidung, bei Zenit zu bleiben und dem Klub zu helfen“, sagte der 33-Jährige: „Ich habe alles richtig gemacht. Ich bin stolz darauf, Zenits Kapitän zu sein.“
In seiner Heimat erntete er aber reichlich Kritik. Doch mit jedem WM-Spiel der Vatreni (Feurigen) wurde diese leiser. Lovren überzeugte durch seine Leistung auf dem Platz. Gemeinsam mit dem jungen Leipziger Josko Gvardiol (20) bildete er in den ersten fünf Spielen (drei Gegentore) eine starke Innenverteidigung. Selbst die brasilianischen Stars um Neymar bissen sich die Zähne aus.