/München – Sie waren gefordert, die Basketballer des FC Bayern. Und sie haben abgeliefert. Mit einem über weite Strecken starken Auftritt, entschieden die Münchner die Euroleague-Partie gegen den BC Valencia vergleichsweise souverän mit 97:92 (43:39) für sich. Sieg Nummer fünf in der Königsklasse – die angepeilten Playoff-Plätze bleiben zumindest einigermaßen in Reichweite.
Eine Hoffnung von Bayern-Trainer Andrea Trinchieri hatte sich schon früh zerschlagen. Bei Augustine Rubit (Adduktoren) ging auch diesmal nichts. Kein Rubit, kein Vladimir Lucic (Ellenbogen) – zwei „Spieler, die in der Offensive produzieren“, wie der Italiener auch mit Blick auf das punktearme Duell mit Real Madrid zu Wochenbeginn zerknirscht feststellte.
Aber die Bayern zeigten vor schnell, dass sie auch ohne die beiden Routiniers viel Positives aus dem heißen Fight gegen die Königlichen mitgenommen hatten. Vor allem die bewegliche und zupackende Defensive. Gerade der hatte Trinchieri gegen Valencias Offensivmaschine eine Schlüsselrolle zugerechnet.
Einzig der montenegrinische Dauer-Valencianer Bojan Dubljevic – seit einem Basketball-untypischen Jahrzehnt am Mittelmeer aktiv – bekam man kaum, ok: man bekam ihn gar nicht in den Griff (28 Punkte).
Doch das war zu verschmerzen, weil diesmal zumindest in der Anfangsphase die Dreier fielen. Isaac Bonga (14) machte es mit zwei Volltreffern vor, die Kollegen wie Corey Walden (18/4 Dreier) machten es nach – sieben der ersten zehn Versuche aus der Distanz saßen. Im Basketball eine fast schon außerirdische Quote. Da standen die 4377 Unentwegten, die trotz klirrender Kälte in den Audi Dome gepilgert waren, auf ihren Sitzen.
Klar, die Dinge relativierten sich. Die Bayern pendelten sich auf das überschaubare Normalmaß dieser strapaziösen Wochen ein. Aber das machte nichts. Weil die Münchner anders als noch am Dienstag Alternativen hatten. Wenn der Ball von draußen nicht viel, schufteten ihn eben die langen Männer wie Elias Harris oder Othello Hunter ins Ziel. So hatten die Münchner am En de zwar nicht den alles überragenden Werfer – auch weil der sonst gewohnte Punkte-Massenproduzent Cassius Winston früh mit vier Fouls auf die Bank beordert wurde. Dafür brachten es alle elf Akteure, die Trinchieri einsetzte, auf die Anzeigetafel.
Es war das Kollektiv, das den Bayern den ersehnten fünften Saisonsieg in der Königsklasse sicherte. Und das Kollektiv soll sie nun, nach der Niederlage im Gipfeltreffen in Bonn auch national wieder richtig in die Spur bringen. Samstagabend wartet der Auftritt in Baunschweig. PATRICK REICHELT