2011 war ich schon einmal in Katar. Von damals hatte ich noch Geld, ich nahm es mit. Doch der Versuch, damit zu bezahlen, scheiterte. „Old money, we have new Ryals“, lautete die Antwort an der Supermarktkasse. Ich googelte das, und ja: 2020 waren neue Noten ausgegeben worden.
Nun lagerten 252 Ryal aus Katars Steinzeit in meiner Börse, und es beschäftigte mich die Frage, was man mit ihnen anstellen kann. Sie verbrennen (würde zum modernen Fußball mit all seinen Fehlinvestitionen passen), zum Altpapier geben? Oder umtauschen?
In Deutschland ist es so, dass man auch über 20 Jahre nach der Einführung einer neuen Währung seine D-Mark-Schätze in Euro verwandeln kann. Man muss halt zur Landes- oder Zentralbank gehen. Ich stellte mich für Katar, wo man schon beim Besuch eines Museums erkennungsdienstlich behandelt wird, auf eine amtliche Prozedur ein und holte vorsorglich den Reisepass aus dem Hotelzimmersafe.
Ich beschloss: Bevor ich mich auf die Suche nach der „Qatar Central Bank“ mache, die auf den Scheinen steht, versuche ich es bei einer stinknormalen Filiale der Qatar National Bank, denn die ist immerhin WM-Sponsor. Doch vor dem Eingang stellten sich mir zwei uniformierte Wachleute entgegen. Was ich in der Bank wolle? „Eine Frage stellen.“ Was für eine? „Über Geld.“ Genauer. „Alte und neue Banknoten.“
Ich durfte rein, wurde gebeten, mich hinzusetzen und zu warten. Der Schalter war verwaist. Ein Angestellter war in einem Kämmerlein daneben, er sortierte Büromaterial, ich interessierte ihn nicht. Schließlich kam eine Dame – und ich, einziger Kunde, dran.
Und nun die Überraschung: Sie nickte wissend und verständnisvoll, nahm meine alten Scheine entgegen und händigte mir neue aus. Ohne Gebühr, ohne Identitätsnachweis, ohne Formular, ohne Unterschrift. „Das war leicht“, sagte ich, die Bankerin lächelte.
Jetzt kann ich noch ein bisschen was ausgeben (etwa 65 Euro) und nächste Woche daheim erzählen: Ich war in Katar wegen der WM. Und Bankgeschäfte habe ich auch gemacht.