Vor elf Jahren bat Julian Alvarez Lionel Messi um ein Foto, jetzt gehen Bilder der beiden um die Welt – und Argentinien feiert sein ungleiches Duo. „Angeführt von einem magischen Messi und einem tödlichen Alvarez“, schwärmte die Zeitung „Clarin“, strebe die Albiceleste am Sonntag gegen Titelverteidiger Frankreich „nach ewigem Ruhm“.
Selbst der alternde Star ist begeistert von seinem 13 Jahre jüngeren Partner. „Julian war herausragend, er hat sich gegen alle in den Kampf gestürzt“, lobte Messi den Doppeltorschützen im Halbfinale gegen Kroatien (3:0).
Argentinische Medien bemühten gar Vergleiche mit zwei Weltmeistern: Sein Solo aus der eigenen Hälfte vorbei an drei Gegenspielern zum 2:0 erinnere an Diego Maradona 1986. Und seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor habe etwas von Mario Kempes, der die Albiceleste 1978 zum WM-Titel schoss.
Und sogar an Pele reichte der 22-Jährige heran: Alvarez ist der jüngste WM-Doppelpacker in einem Halbfinale oder Finale seit dem Brasilianer 1958. „Wir spielen verrückt – wie das ganze Land. Jetzt gehen wir aufs Ganze“, sagte Alvarez nach dem Finaleinzug. Danach tauchte im Internet das Foto auf, geschossen 2011 bei der Copa America in Argentinien.
Schon damals galt der Junge aus einer Arbeiterfamilie in der Kleinstadt Calchin als großes Talent. Real Madrid wollte den kleinen Dribbler haben, den seine älteren Brüder „Aranita“, die kleine Spinne, nannten, weil er mehr als zwei Beine zu haben schien. Doch Regularien verboten eine Verpflichtung.
Seit Sommer versucht er sich in der Premier League, kommt aber bei Manchester City neben Erling Haaland nur zu Kurzeinsätzen – wie auch zu Beginn der WM. Seit er jedoch an Messis Seite gesetzt ist, schießt Argentinien mehr Tore: Neun von zwölf erzielten der „magische“ Superstars und sein „tödlicher“ Fan.